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Allgemeinmedizin 6. März 2012

Erkrankung mit vielen Gesichtern

Das Therapiezentrum intakt, spezialisiert auf die Behandlung von Essstörungen, ist fünf Jahre alt.

Das intakt Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen feierte am 15. Februar 2012 mit einer Fachtagung zum Thema Essstörungen mit Ärzten, Psychotherapeut und Vertretern der Stadt Wien sein fünfjähriges Bestehen.

 

„Die zwei wichtigsten Faktoren für den Erfolg sind Innovation und Transpiration“, betonte zu Beginn der Tagung Monika Weninger, Geschäftsführerin, Gründerin und im Leitungsteam des Therapiezentrums intakt tätig. Dieses Zentrum hat sich auf die Behandlung von Menschen mit Essstörungen spezialisiert.

Günther Rathner, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Essstörungen, brachte einen Überblick über die Entwicklung von Essstörungen und setzte sie in Zusammenhang mit gesellschaftspolitischen Entwicklungen: „Die Reglementierung des weiblichen Körpers zieht sich wie ein rotes Band durch die Geschichte.“ War es früher das Korsett, reichten die Maßnahmen heute über Diäten bis hin zu Schönheitsoperationen. Michaela Langer von der Stadt Wien belegte in ihrem Vortrag die Auswirkungen der „Macht der Bilder“ mit einem Anstieg der Diäten, vor allem bei jungen Mädchen, und in weiterer Folge mit der Entwicklung von Essstörungen. Der Körper werde mehr und mehr zum Objekt, über das sich hauptsächlich Frauen und Mädchen, aber zusehends auch Männer definierten.

Behandlung von Essstörungen

Luise Reddemann, Psychotherapeutin und Fachärztin für Psychiatrie, Markus Hochgerner, Psychotherapeut bei den Barmherzigen Schwestern in Wien, sowie Andreas Karwautz vom AKH Wien gingen auf die Behandlung von Essstörungen ein. Reddemann stellte den Zusammenhang von Essstörungen und Trauma her: „Essstörungen können ein Regulativ für den Umgang mit traumatischen Erlebnissen sein.“ Und die, so Hochgerner, träten oft in Lebensumschwüngen auf, die unbewältigbar erschienen: „Psychotherapeutische Behandlung ist unbedingt erforderlich. Idealerweise in einer Zusammenarbeit von Ärzten, Psychotherapeuten und Experten angrenzender Fachbereiche.“

Karwautz stellte ein internetbasierenden Selbsthilfeprojekt vor – ein niederschwelliges Angebot, das keinen kontinuierlichen Kontakt mit Therapeuten oder Ärzten erfordert – allerdings sei dies kein adäquater Ersatz für Therapie.

Entspannung und Innovation

Im Therapiezentrum intakt arbeiten Experten vieler Fachbereiche seit längerem zusammen. Die letzten Jahre, so Monika Weninger, waren von Aufbauarbeit geprägt. Jetzt, so meinte die Psychotherapeutin und Sozialmanagerin, könne es ein Weniger an Transpiration und ein Mehr an Entspannung und Innovation geben.

 

Quelle: intakt Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen

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