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Allgemeinmedizin 11. März 2012

Nahrungsergänzungsmittel sind nicht immer harmlos

EFSA bestätigt Risiko von Wechselwirkungen zwischen Glucosamin und Cumarin-Antikoagulanzien.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte darauf hingewiesen, dass Nahrungsergänzungsmittel mit dem Inhaltsstoff Glucosamin für Personen, die Cumarin-Antikoagulanzien einnehmen müssen, gesundheitliche Risiken bergen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat diese Einschätzung nun bestätigt.

 

Nahrungsergänzungsmittel mit dem Inhaltsstoff Glucosamin werden in der EU mit gesundheitsbezogenen Angaben, sogenannten „Health Claims“, vertrieben. Nach Angaben der Hersteller sollen die Produkte beispielsweise zur Erhaltung der Beweglichkeit der Gelenke beitragen.

Glucosamin ist ein Aminozucker, der als Arzneimittel bei Arthrosen im Knie verwendet wird. In Mengen, die unterhalb der pharmakologischen Wirkung liegen, wird Glucosamin auch in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt, die ja rechtlich als Lebensmittel gelten. Bereits in den Jahren 2007 und 2010 hatte das BfR auf das gesundheitliche Risiko hingewiesen, das mit Glucosamin-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln verbunden ist. In seinen Stellungnahmen hatte das BfR Patienten, die Cumarin-Antikoagulanzien zur Hemmung der Blutgerinnung einnehmen, als Risikogruppe bezeichnet.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat sich nun erneut mit dem Risiko von Glucosamin als Lebensmittelinhaltsstoff beschäftigt und vor kurzem die Einschätzung des BfR bestätigt: Die Behörde gelangte zu der Schlussfolgerung, dass Belege für das Risiko von Wechselwirkungen zwischen Glucosamin und Cumarin-Antikoagulanzien vorliegen. Glucosamin kann zu einer Verstärkung der blutgerinnungshemmenden Wirkung der Medikamente führen, das heißt, diese kann unversehens stärker als erwartet ausfallen.

Eine mögliche Folge ist das Auftreten von Blutungen. In den meisten der berichteten Fälle handelte es sich um symptomlose Laborwertveränderungen. In einigen Fällen traten jedoch Blutungen in verschiedenen Organen auf, in einem Fall mit der Folge einer schweren Hirnblutung.

Die EFSA hatte sich zudem in den vergangenen Jahren mit den Wirksamkeitsbehauptungen von Glucosamin nach der Health-Claims-Verordnung der EU beschäftigt. In den bisher veröffentlichten Gutachten zu mehreren eingereichten gesundheitsbezogenen Angaben für Glucosamin als Lebensmittelinhaltsstoff hat die Behörde festgestellt, dass keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit im Hinblick auf die gesunde Allgemeinbevölkerung vorgelegt wurden.

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