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Allgemeinmedizin 26. Februar 2012

Kombination gegen die Zoster-Neuralgie?

Die postzosterische Neuralgie ist eine schwerwiegende Folge eines Herpes zoster und tritt insbesondere bei älteren Menschen auf. Ihre Inzidenz wird je nach Alter der Patienten mit 9 bis 70 Prozent angegeben.

Einige Studien zeigen, dass der frühe Einsatz von Virostatika eine postzosterische Neuralgie verhindert. Ähnliche Beobachtungen gibt es für Gabapentin. Bisher fehlte allerdings eine Studie zur Kombination der beiden Therapien.

In einer offenen, unkontrollierten Studie untersuchten Forscher aus Marshfield/Wisconsin 113 Patienten im mittleren Alter von 65 Jahren.

Alle waren immunkompetent und wurden innerhalb von 72 Stunden mit 1.000 mg Valaciclovir dreimal täglich für sieben Tage behandelt und zusätzlich mit Gabapentin in einer initialen Dosis von 300 mg und einer Maximaldosis von 3.600 mg pro Tag.

Die Wissenschaftler erfassten die Zahl der Patienten mit postzosterischer Neuralgie nach drei, vier und sechs Monaten sowie die Schmerzintensität, das Ausmaß von Schlafstörungen und die Lebensqualität.

Nur ein Drittel der 113 Patienten war über 70 Jahre alt; zwei Drittel der Patienten litten unter schweren Schmerzen. 20 Prozent der Patienten hatten nach drei Monaten postzosterische Schmerzen, 18 Prozent nach vier und 9,8 Prozent nach sechs Monaten.

Nach sechs Monaten klagten 4 Prozent über mittelschwere Schmerzen und 13,4 Prozent über schwere Schmerzen. Erwartungsgemäß verbesserte sich parallel zur Schmerzreduktion auch die Lebensqualität.

Mit einer Gesamtrate von 9,8 Prozent einer postzosterischen Neuralgie nach sechs Monaten scheint die Kombination von Valaciclovir und Gabapentin eine wirksame Therapie zur Prävention der postzosterischen Neuralgie darzustellen.

Lapolla, W. Archives of Dermatology 2011; 147: 901–7 ; doi:10.1001/archdermatol.2011.81

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