zur Navigation zum Inhalt
Foto: triocean / photos.com
„Fragen Sie den Patienten bei Heuschnupfen-Verdacht als Erstes nach Juckreiz“, rät Prof. Dr. Karl-Christian Bergmann, Berliner Allergie-Centrum-Charité.
 
Allgemeinmedizin 26. Februar 2012

Allergie oder Infekt?

Nasenjucken deutet auf Heuschnupfen hin.

Juckende Nase, eventuell kombiniert mit trockenem Husten – da könnte es sich auch früh im Jahr schon um eine Pollenallergie handeln.

 

Der Start der Pollenflugsaison kann je nach Witterung von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich einsetzen. Während die klirrende Kälte in Österreich Allergikern noch eine Verschnaufpause verschafft hat, haben beispielsweise in Südwestdeutschland Hasel- und Erlenpollenflug schon sehr früh begonnen. „Es gibt jedes Jahr Variationen beim Start des Pollenflugs, aber in diesem Jahr sind die Grenzen deutlich überschritten worden“, sagte Prof. Dr. Karl-Christian Bergmann, Leiter der interdisziplinären allergologisch-pneumologischen Ambulanz vom Allergie-Centrum-Charité Berlin, Deutschland, zu Springer Medizin.

Um zu erkennen, welcher Patient mit Schnupfensymptomen derzeit bereits einen Heuschnupfen hat, hat Bergmann einen einfachen Tipp parat: „Fragen Sie den Patienten als Erstes nach Juckreiz.“

Hauttest bringt Klarheit

Denn: „Allergien haben immer etwas mit Juckreiz zu tun, egal ob an der Haut, in der Nase oder in den Augen.“ Beantwortet der Patient die Frage mit „ja“, sollte ein Hauttest gemacht werden. So lässt sich feststellen, ob der Patient positiv auf Hasel- oder Erlenpollen reagiert. Wenn ja, liegt vermutlich eine Pollenallergie vor, so Bergmann, und dann sollte es dem Patienten mit einem Antihistaminikum innerhalb von 15 bis 20 Minuten spürbar besser gehen. Bei einem Virusinfekt funktioniert das nicht.

Trockener Husten kündigt Asthma an

Und noch etwas hält der Experte für wichtig: „Wann immer ein Heuschnupfen-Patient einen trockenen Husten in der Pollensaison entwickelt, ist eine bronchiale Hyperreaktivität eingetreten, dann ist der Beginn des Asthmas da. Das ist bei etwa jedem dritten Erwachsenen mit Pollenallergie der Fall.“

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben