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Insgesamt wurde der Beratungserfolg von den Ärzten nicht hoch eingeschätzt.
 
Allgemeinmedizin 11. Februar 2012

Helfen dicke Ärzte beim Abnehmen?

Amerikanische Forscher fragten nach.

Übergewichtige Patienten, die um ärztlichen Rat in Sachen Gewichtsreduktion nachsuchen, tun vielleicht gut daran, zunächst einen Blick auf die Leibesfülle des konsultierten Doktors zu werfen.

 

Wenn es um das Thema Gewichtsreduktion geht, sind normalgewichtige Ärzte möglicherweise die besseren Ansprechpartner. Das legen zumindest Ergebnisse einer aktuellen Ärztebefragung in den USA nahe.

Schlanke Ärzte thematisieren häufiger Gewichtsabnahme

US-Forscher haben jetzt in einer Erhebung bei 500 niedergelassenen Allgemeinmedizinern und Internisten nachgefragt, wie deren Einstellung zum Thema Gewichtsreduktion in Abhängigkeit vom eigenen Body-Mass-Index (BMI) ist. Die Arbeitsgruppe um Dr. Sarah Bleich hatte den beteiligten Ärzten dazu einen aus 49 Punkten bestehenden Fragebogen vorgelegt.

Nach den Ergebnissen dieser Befragung sind schlankere Ärzte wohl die besseren Gesundheitsberater, wenn es um Übergewicht und Fettleibigkeit geht. Ärzte mit normalem BMI gaben jedenfalls signifikant häufiger als Kollegen mit erhöhtem BMI an, im Gespräch mit übergewichtigen Patienten die notwendige Gewichtsreduktion zu thematisieren (30 versus 18 Prozent).

Die Befragung ergab zudem, dass normalgewichtige Ärzte ein stärkeres Vertrauen in die eigene Fähigkeit besaßen, den Patienten Ratschläge zu den Themen Ernährung (53 versus 37 Prozent) und körperliche Bewegung (56 versus 38 Prozent) geben zu können.

Ärzte mit normalem BMI vertraten signifikant häufiger als schwergewichtige Kollegen die Ansicht, dass dicke Patienten den Ratschlägen zur Gewichtsabnahme wahrscheinlich weniger trauen, wenn sie von übergewichtigen oder fettleibigen Ärzten gegeben werden (80 versus 69 Prozent).

Erfolgreicher mit Medikamenten?

Dagegen war in der Gruppe mit erhöhtem BMI der Anteil jener Ärzte höher, die nach eigener Einschätzung erfolgreich sind, wenn es um die Verschreibung einer gewichtsreduzierenden Medikation geht (26 versus 18 Prozent).

Die dickeren Ärzte zeigten sich zudem häufiger davon überzeugt, ihren Patienten erfolgreich beim Abspecken geholfen zu haben, auch wenn insgesamt nur ein geringer Anteil der Befragten einen solchen Erfolg reklamierte (5 versus 2 Prozent).

Quelle: Bleich SN, et al.: Impact of hysician BMI on obesity care and beliefs. Obesity 2012; doi:10.1038/oby.2011.402

springermedizin.de
, Ärzte Woche 6 /2012

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