zur Navigation zum Inhalt
 
Allgemeinmedizin 8. Februar 2012

Krebsstatistik: Gute Trends mit Wermutstropfen

Eine Krebserkrankung reduziert die Lebenserwartung eines Menschen in Österreich noch immer deutlich.

Unter Berücksichtigung der veränderten Altersstruktur in Österreich sanken in den vergangenen zehn Jahren sowohl die Neuerkrankungen als auch die Krebssterblichkeit. Der Rückgang der Neuerkrankungsrate betrug bei Männern 13 Prozent und bei Frauen sechs Prozent. Auch die Krebssterblichkeit war rückläufig, bei den Männern etwas stärker (minus 15 Prozent) als bei den Frauen (minus 12 Prozent).

 

In Österreich sind jährlich rund 20.000 Männer und 18.000 Frauen mit einer Krebsdiagnose konfrontiert, und bei rund 9.000 Frauen und 10.000 Männern führt eine Krebserkrankung zum Tod. Krebserkrankungen sind für etwa ein Viertel der Todesfälle verantwortlich.

Dennoch verkürzt eine Krebserkrankung die Lebenserwartung eines Menschen in Österreich noch immer deutlich. Die Lebenserwartung lag für einen Mann im Jahr 2010 bei 77,7 Jahren, für eine Frau bei 83,2 Jahren. Für Männer mit einem bösartigen Tumor betrug sie 2010 dagegen im Durchschnitt um 2,8 Jahre weniger, für Frauen mit einer Krebsdiagnose sogar um 7,5 Jahre weniger. Brustkrebs ist mit einem Anteil von etwa 28 Prozent (n=4.955) bei den Frauen schon lange die häufigste Krebserkrankung. Die Inzidenz nahm jedoch im Vergleich zu 1999 um fünf Prozent ab. Das mittlere Erkrankungsalter lag im Jahr 2009 bei 56,2 Jahren. Im Vergleich dazu betrug das durchschnittliche Alter aller an Brustkrebs verstorbenen Frauen 72,5 Jahre. Die Sterblichkeit an Brustkrebs ging zwar in den letzten zehn Jahren um 15 Prozent zurück, dennoch war Brustkrebs auch 2009 die mit Abstand häufigste Krebstodesursache bei Frauen. 18 Prozent aller weiblichen Krebssterbefälle waren 2009 auf Brustkrebs zurückzuführen.

Prostatakrebs machte 2009 bei den Männern mit knapp 4.900 Fällen ein Viertel aller bösartigen Neubildungen aus. Altersstandardisiert gingen die Neuerkrankungen in den letzten zehn Jahren um 15 Prozent zurück. Das durchschnittliche Alter bei der Diagnose lag 2009 bei 65,5 Jahren. Etwa jeder zehnte Krebstodesfall bei Männern war auf Prostatakrebs zurückzuführen. Die Rate der Sterblichkeit an Prostatakrebs ging in den letzten zehn Jahren um ein Drittel zurück. Die im Jahr 2009 daran verstorbenen Männer waren im Mittel 80,1 Jahre alt.

Obwohl die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate der bösartigen Lungentumore bei den Männern seit 1999 um 16 Prozent zurückgegangen ist, war Lungenkrebs mit rund 2.400 Sterbefällen 2009 die häufigste Krebstodesursache bei Männern. Männer, die 2009 mit einem neudiagnostizierten Lungentumor konfrontiert wurden, waren im Mittel 66,8 Jahre alt. 69,2 Jahre war das Durchschnittsalter jener Männer, die daran verstarben. Für Frauen stieg die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate seit 1999 um 26 Prozent an und die Sterblichkeit an Lungenkrebs erhöhte sich um ein Sechstel. 2009 starben knapp 1.200 Frauen an einem bösartigen Lungentumor. Das mittlere Erkrankungsalter der Frauen lag bei 67,9, das mittlere Sterbealter bei 69,2 Jahren.

Mit rund 4.600 Fällen verursachte Darmkrebs 2009 13 Prozent aller neudiagnostizierten Tumore. Mit einem durchschnittlichen Sterbealter von 72,7 Jahren (Männer) sowie 77,2 Jahren (Frauen), verursachte Darmkrebs rund 11 Prozent der Krebssterbefälle. Die Sterblichkeit sank im Vergleichszeitraum um rund ein Drittel.

Statistik Austria/PH, Ärzte Woche 6 /2012

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben