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Foto: photos.com / Ärzte-Woche-Montage
Der Thunfisch ist für Sushi & Co bereits so dezimiert, dass er auf den Weltmärkten zu Höchstpreisen gehandelt wird.
 
Allgemeinmedizin 24. Jänner 2012

Es muss nicht immer Fisch sein

Die Umweltberatung weist auf Leinöl und Nüsse als Alternative für Fisch zur Omega-3-Fettsäure-Versorgung hin.

Nur zwei Wochen lang würden rein rechnerisch die heimischen Fischvorräte für dieses Jahr reichen. Seit dem Fischabhängigkeitstag am 15. Jänner ist Österreich also auf Fischimporte aus der ganzen Welt angewiesen. Die Umweltberatung empfiehlt, statt Fisch mehr Leinöl, Rapsöl, Walnüsse, Soja, Kohl, Spinat und Kohlsprossen zu essen. Denn damit erhält der Körper die wichtigen Omega-3-Fettsäuren, ohne dass die Meere leer gefischt werden.

 

Die EU-Mitgliedsstaaten produzieren und konsumieren verschieden große Mengen an Fisch. Dementsprechend erschöpfen sie ihre heimischen Fischvorräte unterschiedlich schnell. Der Fischabhängigkeitstag (fish dependence day) ist ein errechnetes Datum und gilt als Gradmesser für die Selbstversorgung eines Landes mit Fisch.

Für Österreich war der Fischabhängigkeitstag am 15. Jänner, für die gesamte EU ist er am 2. Juli. Das bedeutet, dass beinahe die Hälfte des europäischen Fischkonsums durch Fisch aus außereuropäischen Gewässern gedeckt wird. Die Tatsache, dass der Fischabhängigkeitstag der EU seit dem Jahr 2000 immer früher eintritt, zeigt, dass Europa immer mehr Fisch aus fremden Gewässern fischt und der dortigen Bevölkerung die Lebensgrundlage entzieht.

Ausbeutung für die Gesundheit?

„Jeder zweite in Europa konsumierte Fisch stammt mittlerweile von außerhalb der EU, hauptsächlich aus Afrika und Asien. So suchen europäische Fangflotten, hoch ausgerüstet, weltweit nach den letzten großen Fischbeständen und beuten dabei ganze Meeresregionen aus, zum Beispiel Madagaskar oder die Seychellen“, erklärt Mag. Gabriele Wittner, Ernährungsexpertin der Umweltberatung in Österreich. „Fisch wird wegen der enthaltenen Omega-3-Fettsäuren für die gesunde Ernährung empfohlen. Aber auch wer weniger oder keinen Fisch isst, kann gesund leben. Denn Omega-3-Fettsäuren finden sich nicht nur im Fisch, sondern auch in Pflanzen, besonders in Leinöl und Rapsöl. In Walnüssen, Mohn, Soja und grünem Gemüse wie Kohl, Spinat und Kohlsprossen sind die Omega-3-Fettsäuren ebenfalls enthalten.“

Eine ausgewogene Ernährung mit täglich fünf Portionen Obst und Gemüse und reichlich Vollkornprodukten schützt vor Herz-Kreislauferkrankungen.

Weniger ist mehr fürs Meer

Je weniger Fische am Teller landen, desto besser können sich die Meere von der Überfischung erholen. Wittner empfiehlt, den Fischkonsum zu verringern. Wer fischt isst, sollte ihn aus dem wachsenden Angebot von nachhaltig gefangenen und gezüchteten Fischen wählen. „Reduzieren Sie Ihren Fischkonsum!“, so der Appell der Umweltschützer. Wittner empfiehlt für den gesunden Fischgenuss Bio-Fisch, Alpenlachs und heimische Fische aus Wildfang. Und wenn es einmal Meeresfisch sein soll, dann am besten solcher, der mit dem Gütesiegel der Marine Stewardship Council (MSC) gekennzeichnet ist. Allerdings tragen erst vier Prozent des Weltfischfangs dieses Öko-Zertifikat, das die Fischerei vor dem Kollaps retten soll.

 

Hintergrundinfos zum umweltverträglichen Fischgenuss sind zu finden in der Broschüre: Fisch – nachhaltig aufgetischt? Download: http://images.umweltberatung.at/htm/fisch-infobl-ernaehrung.pdf

 www.msc.org/de

 

Quellen: Presseaussendung der Umweltberatung, sowie WWF und MSC.

Der Fischabhängigkeitstag
Der Fischabhängigkeitstag wird jährlich von der Organisation OCEAN2012 errechnet, die sich im Rahmen der Reform der europäischen Fischereipolitik gegen die Überfischung der Meere innerhalb und außerhalb der Europäischen Union und für eine nachhaltige Fischereiwirtschaft engagiert. In Österreich fällt er auf den 15. Jänner. 

http://ocean2012.eu/

 

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