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Allgemeinmedizin 20. Jänner 2012

Nach Attentat: Ärzte ohne Grenzen schließt zwei Einrichtungen

Nach der Ermordung zweier Mitarbeiter Ende Dezember 2011 in Mogadischu sieht sich die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen gezwungen, alle Aktivitäten im Bezirk Hodan in der somalischen Hauptstadt zu beenden.

Unter anderem werden zwei Einrichtungen mit je 120 Betten zur Behandlung von mangelernährten Kindern sowie von Masern- und Cholerapatienten geschlossen. Die Mitarbeiter Philippe Havet und Dr. Karel Keiluhu waren am 29. Dezember 2011 in Mogadischu erschossen worden.

Weiter Hilfe in Somalia


Mit der Beendigung der Aktivitäten in Hodan wird die Hilfe von Ärzte ohne Grenzen in der somalischen Hauptstadt um die Hälfte reduziert. Bis auf weiteres wird die Organisation aber in anderen Bezirken von Mogadischu sowie an zehn Standorten in anderen Teilen Somalias weiter medizinische Hilfe leisten.

Voraussetzung für die Fortsetzung der medizinischen Hilfe in Somalia ist aber, dass medizinisches Personal, Patienten und die Neutralität medizinischer Einrichtungen respektiert werden. Wo dies der Fall ist, wird Ärzte ohne Grenzen die Hilfe weiterführen.

Situation "unmöglich"


„Es fällt uns schwer, die Behandlung von Patienten an einem Ort aufzugeben, an dem unsere medizinischen Teams jeden Tag Leben retten“, erklärt Christopher Stokes, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen in Belgien. „Die brutale Ermordung unserer Kollegen in Hodan macht es uns jedoch unmöglich, unsere Arbeit in diesem Bezirk von Mogadischu fortzuführen.“


Hilfe für 200.000 Menschen


Ärzte ohne Grenzen hat in Hodan medizinische Hilfe für 200.000 Somalier geleistet, die in den vergangenen Monaten in der Hauptstadt Zuflucht gesucht hatten. Seit August 2011 hat die Organisation 11.787 mangelernährte Kinder, 1.232 Patienten mit schweren Durchfallerkrankungen sowie 861 mit Masern behandelt. Die Teams haben zudem 67.228 Kinder gegen Masern geimpft.

Zwei Mitarbeiter entführt

Darüber hinaus fordert Ärzte ohne Grenzen alle beteiligten Konfliktparteien, die Regierung und die somalische Bevölkerung nachdrücklich auf, eine sichere Freilassung von Montserrat Serra und Blanca Thiebaut zu erwirken.

Die beiden Mitarbeiterinnen waren am 13. Oktober 2011 im Flüchtlingslager Dadaab in Kenia entführt worden, während sie sich dort im Rahmen eines Nothilfe-Einsatzes um somalische Flüchtlinge kümmerten.

Presse \\\\\\\"Ärzte ohne Grenzen\\\\\\\", springermedizin.at

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