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Allgemeinmedizin 10. Jänner 2012

Neujahrsvorsätze: 70 Prozent werden nie umgesetzt

„Besser essen“ oder „mehr bewegen“ liegen ganz vorne.

Bedachter leben: Wie vom VEÖ (Verband der Ernährungswissenschafter Österreichs) berichtet, startet jeder Vierte mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Umfragen zufolge werden aber 70 Prozent der Vorsätze nie umgesetzt und 20 Prozent bereits nach einer Woche wieder aufgegeben.

 

Sich gesünder ernähren zu wollen, abnehmen, sich mehr bewegen, mit dem Rauchen aufhören oder es zumindest reduzieren – das sind die Top-Vorsätze der Österreicherinnen und Österreicher. Was ist nun zu beachten, damit Vorsätze nicht zum Scheitern verurteilt sind? Es macht Sinn, den Zeitpunkt für gewünschte Veränderungen und die Herangehensweise zu überdenken. Darin liegt nach Ansicht des VEÖ der Schlüssel zum Erfolg. Der Verband hat eine Zusammenfassung konkreter Faktoren ausgearbeitet, die eine Umstellung zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil unterstützen:

Alles zu seiner Zeit – In der kalten Jahreszeit fühlen sich viele träge und energielos. Zudem liegt die von Genuss und Gemütlichkeit geprägte Advent- und Weihnachtszeit erst wenige Tage zurück und auch der Silvesterabend muss erst verdaut werden. Nach einem „lukullischen Ausnahmemonat“ eine Vollbremsung beim Essen hinzulegen und bei der Bewegung von 0 auf 100 zu starten, gleicht einer „mission impossible“. Nähert man sich aber zuerst wieder dem Normalzustand, dann lassen sich von diesem Niveau aus leichter Veränderungen umsetzen.

Weniger ist mehr – Werden mehrere Ziele gleichzeitig verfolgt, so stehen sie einander oftmals im Weg. Konzentriert man sich auf eine Sache und verfolgt diese konsequent, sind die Erfolgschancen bedeutend höher. Wer etwa mit dem Rauchen aufhört, nimmt unweigerlich ein paar Kilo zu. Will man zusätzlich abnehmen, sind Frust und Rückfall programmiert.

Konkret und realistisch – Vorsätze wie „Nächstes Jahr gehe ich öfter laufen“ oder „2012 esse ich gesünder“ sind schwammig. Zielorientiert ist es stattdessen, genau festzulegen, was man in welchem Zeitraum verändern möchte. „Im Februar esse ich jeden Tag zwei Portionen Obst“ oder „Jeden Montag ab 19.00 Uhr gehe ich eine halbe Stunde laufen“. Das sind realistische Vorhaben.

Schritt für Schritt – Ziele haben einen Weg voraus und dieser muss gut geplant werden. Dabei gilt es wie beim Langstreckenläufer den Weg in kleinere Etappen einzuteilen. Wenn das Joggen anfangs noch zu viel ist, genügen zu Beginn auch flotte Spaziergänge. Soll der Alkoholkonsum reduziert werden, startet man am besten mit zwei alkoholfreien Tagen pro Woche.

Herausforderungen begegnen –Wer sich im Vorfeld Verführungen und Ausnahmesituationen bewusst macht, ist für den Ernstfall gerüstet: Kälte beim Sporteln oder die Faschingszeit beim Abnehmen bringen einen nicht vom Weg ab, wenn die persönlichen Alternativen klar sind. Individuelle Ersatzhandlungen oder -produkte zu finden, gilt auch für Gewohnheiten: statt Zigarette oder Schokoriegel kann es z. B. Kaugummi oder Trockenobst sein, statt auf der Couch zu liegen ein Spaziergang.

Schriftlich festhalten und publik machen – Werden Ziele aufgeschrieben und gut platziert, behält man sie im Auge. Weiß noch dazu das persönliche Umfeld über die Vorhaben Bescheid, kann es unterstützend wirken: Zigarettenangebote bleiben dann aus oder Essenseinladungen werden schlanker gestaltet.KK

 

Quelle: www.forum-ernaehrung.at; www.veoe.org

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