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Dr. Reinhold Glehr
 
Allgemeinmedizin 9. Jänner 2012

ÖGAM - Jahresvorschau 2012

Der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin gibt einen Ausblick auf interne medizinische Änderungen und mögliche Innovationen für das Jahr 2012.

Das wichtigste Anliegen ist die Reform der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin mit einer Verbesserung der Situation im stationären Bereich und einer verpflichtenden allgemeinmedizinischen Lehrpraxis. Die Arbeiten an diesem zukunftsweisenden Projekt, bei dem wichtige Stakeholder im Gesundheitssystem einen gemeinsamen Weg finden müssen, sind weit gediehen. Die Einsicht in die Bedeutung der Ausbildung für die Qualität der Patientenversorgung, für Patientensicherheit, für Effizienz und Effektivität ist bei allen Verantwortlichen gestiegen. Ein Abschluß der Verhandlungen im Jahr 2012 ist in erreichbare Nähe gerückt.

Wichtige medizinische Änderungen in der Allgemein- und Familienmedizin.

Die Spezialisierung und Subspezialisierung der medizinischen Versorgung schreitet immer mehr voran. Gleichzeitig wird die Notwendigkeit der Generalisten für die Betreuung einer alternden Bevölkerung immer bewußter. Eine Optimierung der Rahmenbedingungen der medizinischen Grundversorgung wird dem Rechnung tragen müssen, um einerseits die spezialisierte Medizin zu entlasten, andererseits die personenzentrierte, wohnortnahe Medizin nicht zu verlieren. 

Der auf dem Gesundheitssystem lastende ökonomische Druck  wird in vielen Bereichen des Gesundheitssystems Einsparungen mit der Gefahr des Qualitätsverlustes bewirken. Planungseuphorie und Wachstumsoptimismus haben in vielen Bereichen ihre Grenzen gefunden. Die vorausschauenden Forschung und Analyse medizinischer Bedürfnisse, die wissenschaftliche Begleitung von Innovationsprozessen bekommt in dieser Situation immer größere Bedeutung. Für die Allgemeinmedizin bedeutet dies einen Aufschwung der Versorgungsforschung, die 2012 zusätzliche Dynamik bekommen wird.

Dr. Reinhold Glehr
, springermedizin.at

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