zur Navigation zum Inhalt
Foto: Fraunhofer IPM
Der Biochip wird in einem mobilen Gerät vollautomatisch ausgewertet.
 
Allgemeinmedizin 25. Dezember 2011

Mobiles Biochip- System erkennt Sepsis

Resultat in 20 Minuten.

Im Falle einer Blutvergiftung ist höchste Eile geboten. Am deutschen Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechik IPM wurde nun ein Biochip entwickelt, mit dem ein Bluttest gleich in der Arztpraxis ausgewertet werden kann.

Künftig soll keine Laboruntersuchung mehr notwendig sein, um festzustellen, ob ein Patient an einer Blutvergiftung leidet. Ein Bluttest, der weniger Zeit kostet, soll bald überall und sofort stattfinden können. Forscher am Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechik IPM in Freiburg haben einen Biochip entwickelt, mit dem das Blut eines Patienten gleich vor Ort analysiert werden kann.

Innerhalb von zwanzig Minuten soll das Ergebnis vorliegen, teilt die Fraunhofer-Gesellschaft mit. „Der Biochip wird in einem ebenfalls von uns konstruierten Gerät ausgewertet, das alle Untersuchungsschritte vollautomatisch durchführt“, erklärt Dr. Albrecht Brandenburg, Gruppenleiter am IPM. „Der Arzt muss lediglich die Blutprobe in das System stellen und auf das Ergebnis warten.“

Im Gerät werden erst die Erythrozyten vom Blut getrennt. Das zurückbleibende Blutplasma wird auf den Biochip geleitet. Leidet der Patient an einer Sepsis, bildet sein Immunsystem als Abwehrreaktion bestimmte Proteine aus. Auf dem Chip sind Antikörper verankert, die an diese Proteine ankoppeln können.

Das System spült eine Lösung mit passenden Antikörpern über den Chip, die wiederum mit einem fluoreszierenden Farbstoff markiert sind, wie Dr. Manuel Kemmler, Wissenschaftler am IPM, erläutert: „Diese binden an die Proteine – Antikörper, Protein und fluoreszenzmarkierter Antikörper sind damit fest aneinander und an die Oberfläche gekoppelt. Beleuchtet man den Chip, leuchtet der Farbstoff auf.“ Ist der Patient dagegen gesund, bleibt der Chip dunkel.

Der Biochip wird jeweils nur einmal verwendet werden können. Die Entwickler rechnen damit, dass das Stück nicht mehr als einen Euro kosten wird.

Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben