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Allgemeinmedizin 27. November 2011

Unnütze Kuren verhindern

Fehlendes Wissen führt bei Verstopfung häufig zu nutzlosen Behandlungen.

In ganz Europa leiden Menschen teilweise unnötig unter Verstopfung, weil sie ihre Symptome nicht verstehen und auch nicht die wirksamsten Behandlungen erhalten. Prof. Dr. Anton Emmanuel von der ESNM (European Society of Neurogastroenterology and Motility) einer Vereinigung innerhalb der UEGF (United European Gastroenterology Federation), fordert Ärzte dazu auf, sich mehr Zeit dafür zu nehmen, ihren Patienten zu erklären, warum ihre Symptome auftreten und was dagegen unternommen werden kann.

 „Wenn Ärzte nicht alle Faktoren berücksichtigen, die möglicherweise zu deren Verstopfungssymptomen beitragen, besteht eine sehr reale Gefahr, dass Patienten ihr Heil in nutzlosen Diäten und Behandlungen suchen, deren Wirkung nicht bewiesen ist.“ Am weitesten verbreitet sei die Meinung, dass der Darm täglich entleert werden muss, obwohl viele gesunde Menschen nur drei Mal pro Woche Stuhlgang haben.

 „Andere glauben, dass Abführmittel Krebs oder Darmträgheit verursachen oder dass bei unregelmäßiger Darmentleerung eine Vergiftung eintritt – dies alles stimmt nicht.” Wenn Lebensstilmaßnahmen nicht ausreichen, sollte über geeignete Abführmittel oder Zäpfchen nachgedacht werden, um die Geschwindigkeit der Darmpassage und die Konsistenz des Stuhls zu beeinflussen.

Biofeedback-Therapie helfe, Toilettengewohnheiten neu einzuüben. Chirurgische Eingriffe beschränken sich meist auf eine Minderheit von Patienten mit anatomischen Abweichungen im Beckenbodenbereich. Ein Entfernen des Dickdarms ist so gut wie nie erforderlich. 

www.esnm.eu

UEGF/ESNM/PH, Ärzte Woche 47 /2011

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