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Allgemeinmedizin 30. September 2011

Fischgeruch trotzt Seife

Fischiger Körpergeruch muss nicht für schlechte Hygiene sprechen, sondern kann auf einen Enzymdefekt hindeuten.

Bei der Verdauung von cholinhaltigen Speisen wie Salzwasserfisch, Eiern und bestimmten Hülsenfrüchten wird Trimethylamin (TMA) gebildet. Beim gesunden Menschen bauen Enzyme der Familie der Flavin-Monooxygenasen (FMO) diesen Stoff zum geruchlosen Trimethylamin-N-Oxid (TMAO) ab. Einige Menschen weisen aber Defekte des Gens FMO3 auf. Sie sind nicht in der Lage, TMA zu metabolisieren und leiden an Trimethylaminurie.

Da TMA einen starken fischigen Geruch hat, kann es bei den betroffenen Personen zu einem störenden fischigen Körpergeruch kommen. Ohne spezielle Tests gestaltet sich die Diagnostik schwierig.

Forscher um Prof. Dr. Paul M. Wise untersuchten 353 Individuen, die über unklaren, anhaltend schlechten Körpergeruch klagten. Bei 118 der Studienteilnehmer wurde die Diagnose Trimethylaminurie gestellt, obwohl nur 3,5 Prozent dieser Personen über einen fischigen Geruch geklagt hatten.

Gesichert wird die Diagnose durch eine Bestimmung des TMA Levels im Urin nach Gabe eines mit Cholin angereicherten Getränks.

Wise, P. M. et al.: American Journal of Medicine 2011; doi:10.1016/j.amjmed.2011.05.030

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