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Trotz Feinstaubs und Unfällen überwiegt der gesundheitliche Nutzen.
 
Allgemeinmedizin 27. September 2011

Radfahren rettet Leben

Wer in der Großstadt Rad fährt, inhaliert mehr Feinstaub und ist stärker unfallgefährdet als ein Autofahrer. Lebensgefährlicher ist trotzdem die motorisierte Fortbewegung, wie spanische Epidemiologen errechnet haben.

In Barcelona wurde 2007 ein Fahrrad-Sharing-System eingeführt. Im Sommer 2009 hatten sich rund 180.000 Personen eingeschrieben. Die Radfahrer legten im Mittel an Werktagen Tag 3,3 km täglich zurück, und an Wochenenden 4,2 km. Etwa 25.500 Teilnehmer benützten regelmäßig das Mietrad für eine Strecke, die sie vorher mit dem Auto gefahren waren.

Rein statistisch wären bei dieser Anzahl von Personen 52,15 Todesfälle pro Jahr zu erwarten – wenn sie das Auto benützen. Durch die zusätzliche körperliche Aktivität beim Radfahren würde ihre Mortalität um 23 Prozent sinken, kalkulierten die Epidemiologen. Das heißt, es würden sich jährlich 12,46 Todesfälle weniger ereignen. Allerdings müsse gleichzeitig mit einem Anstieg der Sterblichkeit durch Feinstaubbelastung und Verkehrsunfälle gerechnet werden, und zwar um 0,2 Prozent und um 0,07 Prozent. In Summe würde sich daher die Zahl der Todesfälle um 12,28 auf 39,87 im Jahr verringern lassen. Trotz Feinstaubs und Unfällen überwiegt also der gesundheitliche Nutzen des Radfahrens (Nutzen-Risiko-Verhältnis von 77). Dazu kam noch die Reduktion der CO2-Emission. Im konkreten Fall wurde eine Einsparung von über 9.000 Tonnen pro Jahr errechnet.

Rojas-Rueda D et al. BMJ 2011:343:d4521

SpringerMedizin.de/PH, Ärzte Woche 39 /2011

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