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Arzneitherapie für Ältere Wehling, Martin; Burkhardt, Heinrich 2., vollst. erweiterte und aktualisierte Auflage 2011, XIV, 284 Seiten, 68 Abb. geb., 51,40 Euro ISBN 9783642173073 Springer Berlin, 2011
 
Allgemeinmedizin 21. September 2011

Die Kunst des Weglassens

Multimorbide ältere Patienten brauchen oft viele Medikamente – und Ärzte brauchen bei der Verordnung die Sicherheit, dass keine Interaktionen auftreten.

Ein aktuelles Buch, das beim Springer Verlag erschienen ist, thematisiert die speziellen Probleme, die bei der medikamentösen Behandlung betagter Menschen auftreten. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen sind bei dieser Bevölkerungsgruppe über den Durchschnitt häufig. Der Klinische Pharmakologe Prof. Martin Wehling von der Uni Heidelberg in Mannheim und der Oberarzt an der 4. Medizinischen Klinik/Universitätsmedizin Mannheim der Uni Heidelberg geben mit Arzneitherapie für Ältere behandelnden Ärzten mehr Sicherheit.

Mehr Sicherheit in der Polypharmakotherapie können sich Ärzte durch das Buch Arzneitherapie für Ältere erwerben. Etwa medizinische Sicherheit: Sie erfahren, welche Medikamente Priorität haben und welche man weglassen darf. Weiterhin juristische Sicherheit: durch Aufklärung darüber, wie man sich „rechtssicher“, leitliniengerecht und evidenzbasiert verhält. Und schließlich ökonomische Sicherheit: Denn durch die verbesserte Arzneitherapie können sich die Verschreibungen reduzieren, wodurch das Arzneimittelbudget geschont wird.

Chronische Erkrankungen häufig

Hintergrund ist, dass Menschen im Alter über 65 Jahren die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe bilden. Ältere Patienten haben häufig mehrere – oft chronische – Erkrankungen. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen sind bei ihnen daher überdurchschnittlich häufig, etwa weil sich die biologischen Eckdaten verändert haben. So sind die Leberdurchblutung und die Nierenfunktion vermindert, die Fettmasse ist vermehrt, aber die Muskelmasse zurückgegangen. Darüber hinaus haben ältere Menschen oft eine mangelhafte Compliance, etwa wegen kognitiver Defizite. Zudem lassen sich die Wechselwirkungen durch die Vielfachmedikation im erhöhten Lebensalter oft besonders schlecht vorhersagen.

Die Aufgabe des Arztes besteht dann darin, solche Neben- oder Wechselwirkungen zu erkennen – und sie nicht etwa als neue eigenständige Erkrankungen fehlzuinterpretieren. Er muss dann entscheiden, welche Arzneimittel für ältere Patienten ungeeignet sind oder welche besondere Vorsicht erfordern.

Was darf ich weglassen?

Lösungsvorschläge und Antworten unter Einbeziehung neuer Daten, Statistiken und Schlüsselerkenntnisse liefert das Buch – gemäß der Feststellung von Prof. Dr. Georg Ertl, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I der Universität Würzburg, bei der 114. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, DGIM, im Frühling dieses Jahres: „Die schwierige Entscheidung ist häufig nicht, welche Therapie gewählt, sondern worauf verzichtet werden kann.“

Arzneitherapie für Ältere

Wehling, Martin; Burkhardt, Heinrich 2., vollst. erweiterte und aktualisierte Auflage 2011, XIV, 284 Seiten, 68 Abb. geb., 51,40 Euro (A)  

ISBN 9783642173073 Springer Berlin, 2011

E-Book: read online auf SpringerLink

 

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