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Allgemeinmedizin 30. August 2011

„3.000 Schritte mehr am Tag“

Bedeutender Benefit für inaktive Personen.

Körperliche Inaktivität stellt eines der bedeutendsten gesundheitlichen Probleme dar. Daher steht immer häufiger die Förderung von Alltagsaktivität im Fokus der Bewegungsförderung.

 

Die Bewältigung des Alltags weist in der westlichen industrialisierten Bevölkerung häufig eine so geringe körperliche Aktivität auf, dass aufgrund der Quantität und Qualität der Aktivität biologische Mindestanforderungen für den menschlichen Organismus nicht mehr erreicht werden können. In den angloamerikanischen Ländern ist bereits seit längerer Zeit das Gehen Hauptinterventionsstrategie, um die bewegungsinaktive bzw. unzureichend aktive Bevölkerung zu mehr körperlicher Aktivität zu motivieren.

Deutschland greift diesen Trend mit der vom Bundesministerium für Gesundheit seit 2005 proklamierten Bewegungskampagne „3.000 Schritte mehr am Tag“ auf. Dabei entsprechen 3.000–4.000 Schritte einer ungefähren Dauer von 30 Minuten Gehen. Mit der Initiative soll ein Transfer der aktuellen internationalen Aktivitätsempfehlungen von 30 Minuten gesundheitsförderlicher Aktivität an fünf Tagen der Woche angestrebt werden. Die gesundheitlichen Effekte dieser Bewegungskampagne wurden nun im Rahmen einer Studie untersucht.

In der Interventionsstudie erfolgte zunächst eine Bestandsaufnahme der ursprünglichen Gehaktivität der Probanden. Danach wurden sie (n = 153, ø-Alter: 43,0 ± 8,3 Jahre) angewiesen, ihre Basisaktivität für 15 Wochen zu erhöhen. Die Vor- und Nachuntersuchung beinhalteten: Bestimmung von Körpergewicht und Body Mass Index (BMI), walkingspezifischer Ausdauerleistungsfähigkeit sowie subjektiver Lebensqualität.

In der Testwoche erreichte das Gesamtkollektiv eine durchschnittliche Gehaktivität von 6.648 ± 2.305 Schritten pro Tag, die sich während der Intervention auf 9.886 ± 2.356 Schritte pro Tag erhöhte. 52,9 Prozent der Stichproben erreichten das Interventionsziel über den Gesamtzeitraum hinweg. Körpergewicht, BMI, Aspekte der subjektiven Lebensqualität und die walkingspezifische Ausdauerleistungsfähigkeit verbesserten sich hoch signifikant (p < 0,001). Auch der Einsatz von Pedometern konnte gesundheitswirksame Verbesserungen erzielen, die vor allem für bisher inaktive Personen eine sinnvolle Möglichkeit zur Erhöhung der Alltagsaktivität darstellen.

Als Fazit der Studie wird festgehalten, dass bereits kleine Erhöhungen der körperlichen Aktivität für inaktive Personen zu bedeutenden Gesundheitseffekten führen können.KK

Die Originalarbeit inklusive Literaturquellen können in der Wien Klin Wochenschr (2011) 123: 369–377 © Springer-Verlag 2011 nachgelesen werden.

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