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Foto: Privat

Prof. Dr. Otto M. Lesch Kongresspräsident
 
Allgemeinmedizin 16. August 2011

Bei Alkohohlmissbrauch: "Nicht wegschauen"

Ein Kongress nicht nur für Experten, sondern vor allem für alle jene, die Alkoholkranke tagtäglich in ihrer Praxis sehen.

„Alkoholabhängige Patienten zu behandeln ist eine Herausforderung, der man sich nicht leicht stellt. Ich kann die Kollegen verstehen. Aber die komplexen Auswirkungen von Alkoholmissbrauch oder -abhängigkeit auf den gesamten Organismus des Menschen – verkürzte Lebenserwartung, Interaktionen mit vielen Therapeutika, nicht zu sprechen von den psychischen, sozialen und beruflichen Implikationen – sollten jeden sozial beruflich Arbeitenden moralisch zwingen, sich der Verantwortung zu stellen und Alkoholkranken kompetent zu helfen", meint Prof. Dr. Otto Lesch 

Auf der Ebene eines internationalen Experten-Forums werden anlässlich des 13. Kongresses der European Society of Biomedical Research on Alcoholism neue Daten zur Basisforschung, Klinik und Therapie von Alkoholabhängigkeit präsentiert. Kongresspräsident ist Prof. Dr. Otto M. Lesch.

 

Ziel des Kongresses ist es laut Kongresspräsident Lesch, der den Großteil seiner wissenschaftlichen Arbeit und seiner Berufspraxis der umfassenden Erforschung der Alkoholkrankheit und der Behandlung Alkoholkranker gewidmet hat, nicht nur wissenschaftliche Experten, sondern vor allem auch jene Fachgruppen (Mediziner, Psychiater, Sozialtherapeuten, Sozialarbeiter) anzusprechen, die in ihrer Praxis tagtäglich mit dem Problem „Alkoholmissbrauch“ oder „Alkoholabhängigkeit“ konfrontiert sind (20-30 Prozent der Patienten in den Allgemeinpraxen betreiben Alkoholmissbrauch), aber aus verständlichen Gründen (Zeit, Knowhow, Befangenheit, Aussichtslosigkeit) unzureichend Zugang zu diesen Patienten finden.

 Lesch: Ich lade alle diese Kollegen aus der Praxis ein, vor allem an den Workshops teilzunehmen. In diesen werden die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse für den klinischen Alltag aufbereitet und Hilfen für die Motivation und Therapie Alkoholabhängiger in der Praxis vermittelt. Neuen Therapieansätzen (z. B. reduction to drink) sowie Problemgruppen wird spezielles Augenmerk gewidmet.

 

Sollten Kollegen exklusive an den Workshops interessiert sein, wird ihnen ein spezieller Kongresstarif angeboten. Details zum Kongress sind unter der Homepage http://www.medacad.org/esbra2011/ zu finden.“

ESBRA 2011
13th Congress of the European Society for Biomedical Research on Alcoholism
4.-7. September 2011, Wien
http://www.medacad.org/esbra2011/ 

Workshops mit Anleitungen für die Praxis
• Behandlung bipolarer Erkrankungen bei Alkoholabhängigen
• Alkohol und Rauchen - Neue therapeutische Strategien
• Cut down drinking“ mit Naltrexone - ein neuer Beginn in der Alkoholtherapie
• Rückfälle bei Alkoholabhängigen reduzieren und verhindern
• „Struktur“ – eine therapeutische Strategie für Type IV Alkoholabhängige: Was lernen wir von Wohngemeinschaften?
• Acamprosate: Nutzen der Glutamat-Modulation
• Ethyl Glucuronide – Biomarker und Alkoholabhängigkeit
• Wie erstelle ich genetische Forschungsprojekte bei Alkoholabhängigen? Genetische und epigenetische Interaktionen
• Einschätzung der Abhängigkeitsgefahr in der Schmerztherapie
• Chronisch kranke Suchtpatienten (z. B. HIV-pos.) – die Begleitung mit spezifischen Methoden vor allem für Alkoholabhängige

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