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Foto: ©iStockphoto.com/erlucho
Flugpassagiere sollten keine Angst um ihre Gesundheit haben, wenn sie durch die Röntgenscanner gehen.
 
Allgemeinmedizin 16. August 2011

Kontrolle am Flughafen

Wie gefährlich sind Nacktscanner?

In der EU werden die Geräte zwar bisher nur zu Testzwecken eingesetzt, aber in den USA sind schon fast 500 im Einsatz: Ganzkörperscanner zur Kontrolle von Flugpassagieren. Sie erzeugen sehr detaillierte Bilder der Körperoberfläche, die sie mit Terahertz- oder mit Röntgenstrahlung „abtasten“. Die von den Röntgenscannern emittierte Strahlung sorgt für Bedenken. Nach einer Analyse von Radiologen der University of California ist die Strahlendosis jedoch sehr gering und bedeutet selbst für Vielflieger nur ein äußerst geringes Krebsrisiko.

 

Die Strahlenbelastung während eines Röntgenscans beträgt nach ihren Angaben 0,03 bis 0,1 Mikrosievert (µSv). Das entspreche in etwa der Strahlung, die ein durchschnittlicher US-Bürger im Alltag innerhalb von drei bis neun Minuten aufnehme. In diese „normale“ Strahlenbelastung haben die Autoren sowohl die Strahlung aus natürlichen Quellen als auch die Bestrahlung zu medizinischen Zwecken einberechnet.

Die Strahlung während eines Fluges variiert mit der Länge und Höhe des Fluges. Im Allgemeinen wird aber eine Belastung von ungefähr 0,04 µSv pro Minute Flugzeit angesetzt. Das bedeutet, dass ein Röntgenscan von der Strahlenbelastung her einer bis drei Flugminuten entspricht.

Wie gering diese Dosis ist, macht auch der Vergleich mit medizinischen Untersuchungen anschaulich: Um die bei einer einzelnen Röntgen-Throrax-Untersuchung oder Mammografie erfahrene Belastung zu erreichen, müsste man sich 1.000 bzw. 4.000 Kontrollen mit dem Röntgenscanner unterziehen.

Die Abschätzung des aus dieser Strahlenbelastung resultierenden Risikos ist schwierig. Zum einen muss man dafür von Studien mit höheren Strahlendosen extrapolieren. Außerdem ist bei den Bdoyscannern fast ausschließlich die Haut exponiert. Unter Hinweis auf diese Beschränkungen kommen die Studienautoren zu folgenden Ergebnissen:

  1. Bei den etwa 100 Millionen Passagieren, die zusammen pro Jahr 750 Millionen Flüge absolvieren, können etwa sechs Krebserkrankungen, die im Lauf ihres Lebens entdeckt werden, von den Scannern herrühren. Diese Zahl ist im Kontext der etwa 40 Millionen Krebserkrankungen zu sehen, die bei diesen Personen zu erwarten sind.
  2. Unter etwa einer Million Vielfliegern mit zehn Flügen und 60 Flugstunden pro Woche sind durch die Scans vier zusätzliche Krebsfälle zu erwarten. Durch die Flüge werden bei ihnen aber schätzungsweise 600 Fälle verursacht und insgesamt werden etwa 400.000 Personen irgendwann an Krebs erkranken.

Das Fazit der Autoren: „Passagiere sollten keine Angst um ihre Gesundheit haben, wenn sie durch die Röntgenscanner gehen, da die Risiken unerheblich sind.“

springermedizin.de, Ärzte Woche 29/33/2011

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