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Allgemeinmedizin 16. August 2011

Tragende Säule Allgemeinmedizin

„Am Plus“ nimmt zur Österreichischen Diabetes Charta Stellung.

Die Initiative für Allgemeinmedizin und Gesundheit, „Am Plus“, begrüßt die Österreichische Diabetes Charta grundsätzlich, fordert jedoch eine stärkere Einbindung und Verankerung der Allgemeinmedizin in die Charta. Ihr Argument: Immerhin werden zurzeit 75 Prozent aller diagnostizierten Diabetespatienten beim Hausarzt betreut. Ziel von „Am Plus“ ist es unter anderem, dass Disease Management Programme in allen hausärztlichen Praxen angeboten werden und damit die Betreuung und Versorgung der an Diabetes Erkrankten gestärkt wird.

 

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) verabschiedete die Österreichische Diabetes Charta als Dokument, das die Richtung für zukünftige Herangehensweisen gegen die Volkskrankheit Diabetes weisen soll. So zeigt das Dokument die wichtigsten Handlungsfelder für die Politik auf und macht Vorschläge zu den Themen Prävention, Betreuung und medikamentöse Versorgung sowie zur Verbesserung der strukturellen Betreuung von Kindern (die Ärzte Woche berichtete in der vorigen Ausgabe 27/28 vom 7. Juli 2011, und hier zu finden).

Bedeutung der Allgemeinmedizin

Rund 420.000 diagnostizierte Diabetiker leben in Österreich. Gut 75 Prozent davon werden vom Hausarzt betreut.

„Der Allgemeinmedizin kommt vor allem in der Prävention und Früherkennung sowie in der strukturierten Langzeitbetreuung von Diabetikern eine tragende Rolle zu. Hier gilt die Devise: Optimale Behandlung und Betreuung von Diabetikern, um Langzeitfolgen zu vermeiden. Dies kann nur durch eine strukturierte flächendeckende Versorgung in Zusammenarbeit mit allen intra- und extramuralen Versorgungsebenen sicher gestellt werden. Umso bedauerlicher ist es, dass in der Charta die Allgemeinmedizin als eine der wichtigsten Versorgungsebenen nicht erwähnt wird“, so Prof. Dr. Manfred Maier, Leiter des Zentrums für Public Health und der Abteilung Allgemeinmedizin an der MedUni Wien sowie Vizepräsident von „Am Plus“. „In ihren Inhalten sollte die Charta daher neben einer Verstärkung internistischer Abteilungen mit Schwerpunkt Endokrinologie und Stoffwechsel vor allem die Bedeutung der Allgemeinmedizin in der Prävention und Früherkennung sowie in der strukturierten Langzeitbetreuung fordern bzw. herausstreichen“, erklärt Dr. Erwin Rebhandl, Arzt für Allgemeinmedizin und Präsident von „Am Plus“.

Die Initiative begrüßt die bundesweite Umsetzung der systemischen Diabetesbetreuung mit einer integrativen und unabhängigen Chancengleichheit für alle Patienten, wie es beim Disease Management Programm „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ der Fall ist. „Das DMP ,Therapie Aktiv‘ bietet eine ausgezeichnete Basis für die Diabetikerbetreuung. Dieses sollte in allen hausärztlichen Praxen angeboten werden – das ist unser Ziel. Jeder Diabetiker sollte in seiner Wohngegend eine Betreuungsmöglichkeit haben“, so Prof. Dr. Martin Clodi, Facharzt für Innere Medizin am AKH Wien und wissenschaftlicher Beirat von „Am Plus“.

 

www.amplusgesundheit.at

PA „Am Plus“/IS, Ärzte Woche 29/33/2011

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