zur Navigation zum Inhalt
Photos: Österr.-arabische Ärzte- und Apothekervereinigung
Die medizinische Delegation aus Österreich behandelte zahlreiche Verletzte im Nasser-Spital.

Arabischstämmige Ärzte in Österreich brachten medizinische Hilfe nach Kairo.

Die Teilnehmer der Delegation spürten deutlich den positiven Einfluss der Revolution in Ägypten.

Schwerste Augenverletzungen als Folge der Gewalt gegen die Demonstranten in Kairo.

 
Allgemeinmedizin 28. Juni 2011

Schwerste Schussverletzungen

Österreichische Hilfe für die Opfer der ägyptischen Revolution

Inspiriert von der erfolgreichen Massenbewegung der Tunesier gegen die eigene Staatsführung, ging auch die ägyptische Bevölkerung Anfang dieses Jahres auf die Straße, um den unumschränkt machtvollen und unliebsam gewordenen Präsidenten und sein Regime zu stürzen. Wochenlang harrten Tausende Menschen auf dem Tahrir-Platz als zentralem Ort des Geschehens aus. Auch wenn die Revolution letztlich erfolgreich war und in großen Teilen friedlich verlief, zählte man durch immer wieder aufkeimende Gewaltakte der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten zahlreiche Todesopfer und mehrere Hundert Verletzte.

Eine medizinische Delegation aus Österreich, bestehend aus 14 Medizinern unter Leitung von Dr. Tammam Kelani, flog am 6. Mai 2011 nach Kairo, um einige der Verletzten der ägyptischen Revolution zu behandeln. Die Initiative ging von der Österreichisch-Arabischen Ärzte- und Apothekervereinigung in Zusammenarbeit mit dem Arabischen Kulturverein aus. Chirurgen und Mediziner anderer Fachrichtungen aus Österreich und Österreichische Ärzte arabischer Abstammung verbrachten eine arbeitsintensive Woche im ,,Nasser Spital“ in Kairo und untersuchten und operierten die Verletzten. Die meisten Verletzungen waren bereits von den Ägyptischen Ärzten behandelt und notoperiert worden. Die Verletzungen waren meist durch mehrere Schusswunden am Kopf und Auge und Körper verursacht.

„Ich habe in drei Tagen so schwere Augenverletzungen gesehen, wie während 30 Jahren meiner Tätigkeit in der Augenheilkunde in Österreich nicht“, berichtet Dr. Tammam Kelani, Präsident der Österreichisch-Arabischen Ärzte- und Apothekervereinigung. Die meisten Fälle waren von den Ägyptischen Ärzte gut versorgt, manche mussten jedoch nach Österreich gebracht werden, um sie in einem speziellen Zentrum zu behandeln, besonders Verletzungen der Hornhaut und Netzhaut. Abgesehen von den teilweise sehr schweren Verletzungen beobachtete die österreichische Delegation eine sehr positive Stimmung der Menschen mit großer Zufriedenheit und Hilfsbereitschaft. Der positive Einfluss der Revolution auf die Bevölkerung sei deutlich spürbar, stellten die Teilnehmer fest.

Die Österreichisch-Arabische Ärzte- und Apothekervereinigung bedankt sich bei allen Ärzten, die mitgeholfen haben, und besonders bei der Republik Österreich, die es ermöglichte, dass sieben Verletzte von Ägypten nach Österreich gebracht und hier in Spitälern in Innsbruck, Salzburg und Linz behandelt werden konnten.

Informationen: Dr. Tammam Kelani, Tel.: 0664/35 70 912, E-Mail:

Mitglieder der Gruppe der Ärzte aus Österreich waren Unfallchirurgen, Orthopäden, Plastische Chirurgen, Neurochirurgen und Neurologen:
Prof. Dr. Emmerich Egkher
Prof. Dr. Gebert Skrbensky
Dr. Tammam Kelani
OA. Dr. Harald Kubena
OA. Dr. Mustafa Selim
OA. Gedeon Perneczky
Dr. Tarek Afifi
Dr. Michael Antolini
Mag. Samir Chenouda
Dr. Alexander Egkher
Dr. Mohamed Fahmi
DB. Christian Dücke
DK. Franziska Alteburg
MTS Elisabeth Baranai
DP. Maria-Helene Doczy
Dr. Mustafa Abbas (Organisator)

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben