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Allgemeinmedizin 10. Mai 2011

Integration geht auch durch den Magen

Für Migranten ist Junk Food ein Mittel, um zu zeigen, dass sie dazugehören.

Amerikanische Psychologen fanden heraus, dass Immigranten in die USA nicht nur deswegen mehr hochkalorisches Junk-Food zu sich nehmen, weil es oft billiger und leichter erhältlich ist als die gewohnte Kost, sondern dass die Wahl typisch amerikanischer Gerichte zeigen sollte, dass sie integriert sind.

 

Der kulinarische Anpassungseffekt der Einwanderer war in einem Test umso ausgeprägter, je mehr zuvor die Zugehörigkeit angezweifelt worden war. Personen mit und ohne Migrationshintergrund wurden gebeten, ihre Leibspeisen zu nennen. Wenn Probanden einleitend gefragt worden waren, ob sie englisch sprechen, zählten Immigranten zu 75 Prozent amerikanische Speisen auf. Waren die Sprachkenntnisse nicht angezweifelt worden, betrug der Wert nur 25 Prozent. In einem weiteren Test wurde erfasst, wass die Personen bestellten, wenn sie eingangs darauf hingewiesen worden waren, dass sie Amerikaner sein müssten, um an dem Test teilzunehmen: Diese Probanden bestellten zusätzliche 182 kcal und 12 g Fett (davon 7 g gesättigtes) in Form von typischen amerikanischen Speisen. Auf die weiße Kontrollgruppe hatten Zweifel an Sprachkenntnissen oder Staatsbürgerschaft keine Auswirkungen auf die Ernährung. 68 Prozent der asiatisch-stämmigen Probanden berichteten von peinlichen Momenten in ihrer Kindheit, die mit Essen in Verbindung standen (z. B. mit Stäbchen essen, besondere Teile wie Hühnerfüße essen). Nur 27 Prozent der Weißen hatten solche peinlichen Erinnerungen

 

Quelle: Psychological Science.

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