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Allgemeinmedizin 27. April 2011

Das Ende droht

Wie lange wird es in Österreich noch den Landarzt geben? Auch in Oberösterreich gibt es immer weniger Bewerber für offene Stellen.  

Vergangene Woche präsentierte der OÖ -Landeshauptmann die Publikation "OÖ in Zahlen und Fakten", die folgende Entwicklung bestätigt: Der Zentralraum ist in der Bevölkerungsentwicklung der Gewinner, während in manchen ländlichen Regionen die Einwohnerzahl weiterhin zurückgehen wird.

Immer weniger Patienten

Dieser Trend macht Dr. Oskar Schweninger, Vertreter der niedergelassenen Ärzte bei der Ärztekammer für OÖ, auch im Hinblick auf die medizinische Versorgung durch niedergelassene Ärzte Sorgen: "Für Hausarzt- und Facharzt-Stellen in ländlichen Gemeinden gibt es immer weniger Bewerber, oft nur ein oder zwei."

Kamen im Jahr 2001 noch durchschnittlich 4,86 Bewerber auf eine ausgeschriebene Vertragsarztstelle im ländlichen OÖ, waren es 2010 nur mehr 2,75. Für manche Stellen hat sich noch gar kein Bewerber gefunden, etwa für den Bereich Augenheilkunde in Eferding.

Gesundheitspolitik gefordert 

Warum die Gesundheitspolitik nicht reagiert, sondern statt dessen die Situation noch erschwere kann Schweninger kaum verstehen. Durch die Beschränkungen für Hausapotheken oder die geplanten Änderungen bei der Bauern-Krankenkasse mit schlechteren Tarifen würde die Attraktivität als Landarzt zu arbeiten nur noch zusätzlich geschmälert. "Wir müssen junge Mediziner dafür gewinnen, sich im ländlichen Raum anzusiedeln und die Gesundheitspolitik ist gefordert die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Landärzte – die ja auch Unternehmer sind – in dünn besiedelten Gebieten überleben können“, so Dr. Schweninger.  

Hausapotheke und Honorarsicherheit

Deshalb spricht sich der Ärztevertreter für die Erhaltung der Hausapotheken, für eine Aufwertung von Bereitschaftsdiensten (Nacht, Wochenende) und der Zuwendungsmedizin (Gespräche) aus.

Der Arzt als Unternehmer braucht seiner Meinung nach zusätzlich die Wertsicherung der Honorare, da Honorarverschlechterungen wie sie zum Beispiel bei der Sozialversicherung der Bauern in OÖ geplant sind, viele Landärzte in Schwierigkeiten bringen könnte, um Kredite für ihre Ordinationen zurück zu zahlen.  

OÖ Ärztekammer/red

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