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Allgemeinmedizin 1. April 2011

Ärztekammer: Kritischer Blick auf das Pilotprojekt

„Es stehen organisatorische, technische und finanzielle Bedingungen auf dem Prüfstand", meint Walter Dorner, Präsident der Österreichischen Ärztekammer zum Start der e-Medikation in seiner Aussendung: "Im Vordergrund der e-Medikation hat der Patientennutzen zu stehen. Deshalb erwarten wir uns eine detaillierte Auswertung des Pilotbetriebes in Beziehung auf Patienten- und Datensicherheit, Funktionalität und Bedienerfreundlichkeit sowie Kosten der Einführung und des laufenden Betriebes", so der Kammerpräsident weiter. Nur nach Vorliegen positiver Ergebnisse sei die österreichweite Umsetzung aus Sicht der Ärzteschaft sinnvoll.

In der Theorie bringe die e-Medikation mehr Sicherheit, so Dorner. Dies gelte insbesondere dann, wenn mehrere Ärzte aufgesucht oder auch Arzneimittel ohne ärztliche Verschreibung direkt in der Apotheke bezogen werden. Dorner dazu: „Der Aspekt der Selbstmedikation ist nicht ungefährlich. Die häufigsten unerwünschten Wechselwirkungen treten nach einschlägigen Erfahrungen bei Medikamenten auf, die sich jeder rezeptfrei besorgen kann."

Keine Ärztehaftung bei Lücken

Dem Sicherheitsziel für Patienten entgegenwirken könnten mögliche Lücken in den Aufzeichnungen. Denn die Patienten seien nicht zur Teilnahme verpflichtet oder könnten die Dokumentation einzelner Präparate verweigern. Es müsse daher klargestellt werden, dass Ärzte nicht die Haftung für Lücken in der Medikamentendokumentation übernehmen könnten, für die ein Patient verantwortlich sei.  „Der Erfolg ist von der sorgfältigen Mitarbeit der Patienten abhängig", verdeutlichte der Ärztepräsident.

Zeitlicher und finanzieller Aufwand

Im Weiteren sollten die Zugriffsberechtigungen laut Dorner auf Personen beschränkt bleiben, für die Medikamentendaten zur Hebung der Patientensicherheit essentiell seien – medizinisches Personal in Spitälern und Ordinationen. Das letzte Testkriterium ist für den Ärztepräsidenten der mit der Einführung und dem laufenden Betrieb der E-Medikation verbundene zeitliche und finanzielle Aufwand.

Österr.Ärztekammer/red

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