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Allgemeinmedizin 23. März 2011

Magnesiummangel: Nicht immer ist die Ernährung schuld

Veränderungen am Gen Cnnm2 können für einen Magnesiummangel verantwortlich sein.

Magnesiummangel, dessen Symptome von Müdigkeit über Muskelschwäche bis hin zu schweren Krampfanfällen und Herzrhythmusstörungen reichen können, aber auch mit Diabetes und Bluthochdruck assoziiert sind, wird bislang meist mit einer unzureichenden Aufnahme über die Ernährung erklärt. Dominik Müller von der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Nephrologie, Charité Berlin, und sein Team konnten in internationaler Zusammenarbeit nun zeigen, dass auch ein verändertes Gen Ursache für diese Mangelerscheinung sein kann. Veränderungen am Gen Cnnm2 haben Veränderungen im Bauplan und somit in der Struktur und Funktion von Proteinen zur Folge. In diesem Fall betrifft die Veränderung ein Protein, welches in der Membran von Nierenzellen und Darmzellen verankert ist und das für die Aufnahme von Magnesium in die Blutbahn verantwortlich ist. Da diese Aufnahme durch das fehlerhafte Protein nicht mehr funktioniert, wird das Magnesium nicht dem Körper zugeführt sondern über Darm und Urin ausgeschieden und geht somit verloren. Müller kommentiert sein Forschungsergebnis so: „Unsere Resultate bieten uns eine Reihe neuer Aufschlüsse über den Magnesiumstoffwechsel im Körper.“

Stuiver et al.: The American Journal of Human Genetics 2011; doi:10.1016/j.ajhg.2011.02.005

Charité Berlin/PH, Ärzte Woche 12 /2011

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