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Allgemeinmedizin 16. März 2011

Ältere Ärzte erkennen junge Diabetiker eher

Mit Hilfe von Schauspielern wurde getestet, ob Hausärzte Typ-2-Diabetes erkennen, wenn ihnen entsprechende Beschwerden berichtet werden.

Beschwerden eines Diabetes mellitus vom Typ 2 sind nicht eindeutig: vermehrter, aber nicht übermäßiger Durst, häufigeres Wasserlassen, Müdigkeit, Gewichtszunahme, manchmal aber auch -abnahme. Mit Schauspielern wurden acht Videos gedreht, die Ärzten später vorgespielt wurden. Es wurden immer dieselben Symptome genannt, aber Alter (35 bzw. 65 Jahre), Geschlecht und Sozialstatus (Rechtsanwalt bzw. Hausmeister) wurden variiert, um zu sehen, wie die Probanden sich davon beeinflussen ließen. Bei 44 Prozent der älteren Patienten und bei 34 Prozent der jüngeren Patienten hätten die Ärzte entsprechende Folgeuntersuchungen (Bestimmung des Nüchternblutzuckers, Langzeitwerts-HbA1c) veranlasst. Ärzte mit mehr als 15 Jahren Berufserfahrung äußerten bei den jungen Diabetikern zu 81 Prozent den richtigen Verdacht. Ihre jüngeren Kollegen, die seit weniger als fünf Jahre praktiziert hatten, vermuteten in nur 31 Prozent der jüngeren Patienten einen Typ-2-Diabetes. Jüngere Patienten wurden von den Ärzten häufiger nach psychosozialen Problemen befragt, bei älteren wurde öfter eine Tumorerkrankung in Erwägung gezogen. Die Chance, dass die Ärzte schließlich doch auf die richtige Diagnose gekommen wären, seien gegeben, denn alle Ärzte bestellten ihre Patienten zu einem weiteren Termin ein, wie die Autoren berichten.

de Cruppé, W. et al.: DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2011; 136 (8): 359–64

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