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Foto: photos.com / Ärzte-Woche-Montage
Sieht harmlos aus, ist es aber nicht: Blei in Modeschmuck. Statt einer Kennzeichnung fand sich auf manchen Produkten der Hinweis „nickelfrei“.
 
Allgemeinmedizin 25. Jänner 2011

Bleischwerer Kinderschmuck

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) warnt: 14 von 25 untersuchten Proben enthielten das gefährliche Schwermetall.

Kinderschmuck ist in der neuen Spielzeug-Richtlinie der EU nicht verankert. Daher gibt es auch keinen entsprechenden Grenzwert für Schwermetalle. Allerdings zeigte sich, dass etliche harmlos wirkende Billigprodukte - etwa Kettenanhänger oder Ohrringe – Blei enthielten. Der Verein für Konsumenteninformation fordert nun eine Grenzwertregelung.

Der VKI wies in 14 von 25 Proben von billigem Modeschmuck für Kinder Blei nach, das entspricht 56 Prozent. Einige der untersuchten Stücke waren zur Gänze aus Blei, andere zum Großteil und nur mit einer dünnen Schicht eines anderen Metalls überzogen. VKI-Experte Konrad Brunnhofer sieht Handlungsbedarf: „Insbesondere bei Produkten, die auf Kinder abzielen, sollte man sicher gehen können, dass sie frei von gesundheitsschädlichen Schwermetallen sind. Darüber hinaus sollte klar ersichtlich sein, aus welchem Material das Schmuckstück gefertigt ist und woher es stammt. Das ist bei den untersuchten Schmuckstücken aber durchwegs nicht der Fall. Aufgrund der mangelhaften Gesetzeslage und da der Bleigehalt mit bloßem Auge beim Kauf nicht sichtbar ist, raten wir vom Kauf billiger, nicht gekennzeichneter Schmuckstücke ab.“

Einmal aufgenommen lagert sich das Schwermetall vor allem in den Knochen ab, die Halbwertszeit beträgt rund 30 Jahre. Geringe Bleimengen können zu Erbrechen, Magenkrämpfen, Verdauungsbeschwerden und Nierenschädigungen führen. Das Metall steht im Verdacht, krebserregend zu wirken. In hohen Dosen ist es tödlich, wie ein tragischer Fall zeigt, der sich 2006 in den USA zugetragen hat: Ein Vierjähriger starb an den Folgen einer Bleivergiftung, nachdem er ein Blei-Medaillon verschluckt hatte.

USA reagierten nach Todesfall

Die US-Behörden reagierten mit einer Regelung für den Höchstgehalt von Blei in Kinderschmuck und zogen mehr als 100 Millionen verdächtige Billigartikel aus dem Verkehr. Brunnhofer: „Auch im EU-Raum ist eine Regelung für den Höchstwert von Blei in Kinderschmuck längst überfällig.“ Bis es soweit ist, rät der VKI, vom Kauf von Billigschmuck abzusehen: Die getesteten Proben kosteten alle zwischen einem und acht Euro.

 

Quelle: Verein für Konsumenteninformation VKI

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