zur Navigation zum Inhalt
Foto: EURAC
Lawinenexperte Dr. Hermann Brugger, Leiter des Forschungsinstituts für Alpine Notfallmedizin an der Europäischen Akademie (EURAC) in Bozen.
 
Allgemeinmedizin 27. Oktober 2010

Neue Richtlinien für Bergretter

In die „Reanimationsbibel“ wurde ein Kapitel zur Wiederbelebung von Lawinenopfern eingefügt.

Die Vereinigung International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR) aktualisiert ständig ihre Richtlinien für Ärzte, Rettungssanitäter und Ersthelfer.

 

Zum ersten Mal wurde in das ILCOR-Handbuch nun ein Kapitel zur Wiederbelebung von Lawinenopfern eingefügt. Es geht auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Südtiroler Arztes Dr. Hermann Brugger zurück, der das Forschungsinstitut für Alpine Notfallmedizin an der Europäischen Akademie (EURAC) in Bozen leitet. An der Jahrestagung der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen (IKAR) in der Slowakei wurde das EURAC-Institut für Alpine Notfallmedizin, das seit einem Jahr besteht, zum offiziellen Mitglied der IKAR erklärt und mit der Aufgabe betraut, künftig die wissenschaftlichen Grundlagen im alpinmedizinischen Bereich für die internationalen Bergrettungsrichtlinien zu erarbeiten. „Wir konnten wieder einiges weiterbringen“, sagt Dr. Hermann Brugger.

Zu den Schwerpunkten Bruggers zählen die Erforschung von Kältetraumen sowie die Bergung und Behandlung von Lawinenverschütteten. In einer Studie bearbeitete er mit seinem kanadischen Kollegen Dr. Jeff Boyd die internationale Forschungsliteratur zur Lawinenmedizin seit den 1970er-Jahren. In dieser Übersichtsstudie überprüften sie Faktoren, die für das Überleben unter einer Lawine entscheidend sind. Die Ergebnisse dieser Studie dienten als wissenschaftliche Grundlage für das Kapitel zur Wiederbelebung bei Lawinenunfällen. Gemeinsam mit dem Südtiroler Dr. Peter Paal, Dozent an der Universitätsklinik Innsbruck, überarbeitete Brugger in einem weiteren Schritt das gesamte ILCOR-Kapitel zur Hypothermie und passte es dem letzten wissenschaftlichen Stand an.

 

 

 Internetseite der International Liaison Committee on Resuscitation: www.ilcor.org

 

Quelle: Aussendung der European Academy of Bozen/Bolzano

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben