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Allgemeinmedizin 19. Oktober 2010

Arztserien schüren Angst vor Krankheiten

Fans medizinischer Fernsehsendungen halten sich für besonders krankheitsgefährdet. Die amerikanische Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Yinjiao Ye (University of Alabama) untersuchte die Fernsehgewohnheiten von 274 Studenten und befragte sie nach ihrer Lebenszufriedenheit. Je mehr Sendungen mit medizinischen Inhalten gesehen wurden, desto besorgter waren die Zuschauer um ihre Gesundheit, und desto negativer war ihre Lebenseinstellung. Die Testpersonen mussten auch ihr eigenes Risiko einschätzen, einen Herzinfarkt zu erleiden oder an anderen schweren Krankheiten wie etwa Krebs und Aids zu erkranken. Jene Studenten, die besonders viele Sendungen mit medizinischen Inhalten gesehen hatten, waren im Vergleich besorgter um ihre Gesundheit und insgesamt unzufriedener.

Die Ursache dieses Effekts sieht die Autorin in der Verzerrung der Wirklichkeit durch das Fernsehen: Durch Sendungen, die sich hauptsächlich um Krankheiten drehen, werde nicht nur das Bewusstsein für Gesundheitsrisiken gesteigert, sondern die Zuschauer überschätzten auch die Wahrscheinlichkeit, selber zu erkranken.

Quelle: Ye, Y.: Mass Communication and Society 2010; 13(4): 458–78; doi:10.1080/15205430903296069

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