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Foto: Wikipedia / Rocky Mountain Laboratories, NIAID)
Salmonellen (rot) dringen in Zellen einer Zellkultur ein.
 
Allgemeinmedizin 22. September 2010

Artenarme Darmflora nützt Salmonellen

Eine intakte, vielfältige Darmbesiedelung hilft, Salmonellen nach einer Infektion wieder loszuwerden.

Ein Prozent der Patienten scheiden nach einer Salmonelleninfektion weiterhin viele dieser Erreger aus, obwohl sie längst symptomfrei sind, und bleiben somit Überträger. Warum das so ist, wurde im Tierversuch getestet. Bei einer Erstinfektion mit einem krankmachenden Salmonellenstamm wurden sekretorische Antikörper gegen den Keim gebildet. Bei einer neuerlichen Infektion mit demselben Bakterienstamm wurden die Erreger durch diese Antikörper im Darmlumen unschädlich gemacht. Allerdings zeigten die Versuche, dass genetisch veränderte Mäuse, die über keine entsprechenden Antikörper verfügen, den Erreger dauerhaft loswerden. Die Versuche zeigten nun den Vorteil von Mäusen mit einer gut ausgestatteten Darmflora: Ist diese vielfältig und komplex, haben Salmonellen wenig Chancen, sich dauerhaft im Darm anzusiedeln. Sie werden verdrängt und mit dem Stuhl restlos entsorgt. War die Darmflora einer Maus sehr einseitig und artenarm zusammengesetzt, konnte sich der Krankheitserreger dauerhaft einnisten, unabhängig von der restlichen Immunantwort. Derzeit ist jedoch noch zu wenig über die Funktionsweise der kommensalen Bakterien bekannt, als dass man sie für therapeutische Zwecke gezielt einsetzen oder manipulieren könnte.

Quelle: Endt, K. et al.: PLoS Pathog 2010; 6(9): e1001097; doi:10.1371/journal.ppat.1001097

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