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Allgemeinmedizin 1. September 2010

Houston, we have a problem

Elektrostimulation imitiert Schwindel nach einem Raumflug.

Bei der Rückkehr auf die Erde nach einem Raumflug stellen sich bei Astronauten oft Schwindelgefühle ein, welche die Leistungsfähigkeit beeinflussen. Ein Forscherteam am National Space Biomedical Research Institute (NSBRI) hat nun ein System entwickelt, um diesen Effekt zu simulieren. Durch die sogenannte Galvanic Vestibular Stimulation gibt eine Lösung elektrische Impulse an das Gleichgewichtsorgan im Ohr weiter. Damit fühlen sich die Simulatorpiloten wie nach einem Raumflug und machen auch die damit verbundenen Fehler, was Missionssimulationen im Astronautentraining realistischer gestalten soll.

 

Die Schwerelosigkeit stört das Gleichgewichtsempfinden von Astronauten, was sich gerade bei der Rückkehr auf die Erde bemerkbar macht. Die Galvanic Vestibular Stimulation (GVS) soll Astronauten helfen, diese negativen Effekte eines gestörten Gleichgewichtsorgans kennenzulernen. Das GVS-System sendet über Elektroden hinter dem Ohr elektrische Impulse an den Gleichgewichtsnerv und somit das Gehirn.

„Durch GVS-Stimualtion der Nerven glauben Simulatorpiloten, dass sich das Raumfahrzeug bewegt“, sagt Dr. Steven Moore vom Sensorimotor Adaptation Team des NSBRI. Dadurch stellen sich sensomotorische Störungen ein, die Tests zufolge tatsächlich jenen bei realen Shuttlelandungen entsprechen. Das haben die Forscher am Vertical Motion Simulator des NASA Ames Research Center mithilfe von zwölf Testpiloten überprüft. Ohne GVS haben die Piloten dabei zum Beispiel die idealen Landegeschwindigkeit von 204 Knoten gut getroffen. „Mit GVS erreichte die Durchschnittsgeschwindigkeit aber 210 Knoten – an der Obergrenze der Zielvorgabe“, erklärt Moore. Eben das ist auch von echten Schuttlelandungen bekannt.

Die NSBRI-Forscher sehen im GVS-System ein potenziell vielseitiges Trainingsinstrument. Wenngleich Shuttlelandungen als Testszenario gedient haben, sollte das auch für andere Raumfahrzeuge und Aufgaben wie Marslandungen gelten. Abseits der Raumfahrt soll auch die Ausbildung von Flugzeugpiloten profitieren. Zudem könnte das System Patienten mit Gleichgewichtsstörungen helfen, sich auf die Auswirkungen einer Operation vorzubereiten.

 

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