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Bei Potenzschwäche helfen nur rezeptpflichtige Arzneimittel.
 
Allgemeinmedizin 1. September 2010

Potenzmittel im Test

Nahrungsergänzungsmittel wie die „Liebestropfen für leidenschaftliche Nächte“ sind leere Versprechen.

In der August-Ausgabe prüfte das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST Potenzmittel. Acht verschreibungspflichtige Arzneimittel und zwei ergänzend bilanzierte Diäten gegen Erektionsstörungen aus der Apotheke sowie neun Nahrungsergänzungsmittel vom Erotikshop wurden unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Bei Potenzschwäche helfen nur rezeptpflichtige Arzneimittel. Auf die im Sexshop erhältlichen Nahrungsergänzungsmittel zur Bereicherung des Liebeslebens kann dagegen ruhig verzichtet werden.

 

Für Medikamente wie Viagra®, Cialis® und Levitra® ist die Wirksamkeit klar belegt. Die getesteten ergänzend bilanzierten Diäten enthalten als maßgeblichen Inhaltsstoff die Aminosäure Arginin. Der Körper setzt aus Arginin Stickstoffmonoxid frei, das eine wesentliche Rolle bei der Blutdruckregulation spielt, indem es die Gefäße erweitert. Bislang liegen jedoch nur kleinere Studien vor, die einen tendenziell positiven Effekt allenfalls bei leichten Erektionsstörungen zeigen.

Wer aber im Sexshop „Elixiere zur Entfaltung der Leidenschaft“ oder „Liebestropfen für leidenschaftliche Nächte“ kauft, kann auch gleich sein Geld zum Fenster hinauswerfen. Die Nahrungsergänzungsmittel setzen auf anregendes Koffein, Pflanzenextrakte, Vitamine und Mineralstoffe sowie Rinderhodenextrakt. Nutzungsbelege für die blumigen Versprechen gibt es jedoch nicht. Chefredakteur Jürgen Stellpflug kommentiert: „Rinderhoden essen für die Potenz ist wie Hirn essen, um schlauer zu werden – es funktioniert nicht.“

 

ÖKO-TEST / TF, Ärzte Woche 35 /2010

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