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Allgemeinmedizin 25. August 2010

Hungerhormon erhöht Cholesterinwert

Die Menge Cholesterin, die im Blutkreislauf zirkuliert, wird teilweise vom Gehirn reguliert. Neue Forschungsergebnisse widersprechen der Annahme, dass die Werte nur durch die Nahrungszufuhr und die Cholesterin-Produktion in der Leber gesteuert werden.

Erhöhte Werte des Hungerhormons Ghrelin führten bei Mäusen dazu, dass sich auch höhere Mengen Cholesterin im Blut befanden. Die Werte im Blut steigen, da Signale des Gehirns die Leber dazu veranlassen, weniger Cholesterin zu speichern. Es ist bekannt, dass Ghrelin einen Rezeptor im Gehirn blockiert, der eine entscheidende Rolle bei der Regulierung der Nahrungsaufnahme und der Nutzung der Energie spielt. Bei einem zusätzlichen Experiment zeigte sich, dass die Blockierung dieses Rezeptors bei den Versuchstieren auch zu erhöhten Cholesterinwerten führte. Die Wissenschaftler argumentieren, dass diese Forschungsergebnisse selbstverständlich beim Menschen bestätigt werden müssten, sie eröffneten jedoch potenziell eine neue Möglichkeit zur Behandlung von hohen Cholesterinwerten. Die Autoren erklären, dass man lange davon ausgegangen sei, dass das Cholesterin ausschließlich durch die Nahrungsaufnahme oder die Synthese und Sekretion in der Leber reguliert werde. Die aktuelle Studie weise erstmals nach, dass das Cholesterin sich unter der direkten „Fernsteuerung“ durch spezifische Vorgänge im zentralen Nervensystem befinde.

Quelle: Perez-Tilve, D. et al.: Nature Neuroscience 2010; doi:10.1038/nn.2569

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