zur Navigation zum Inhalt
Foto: schubalu / PIXELIO
Lärmstress statt Nachtruhe: Das hebt den Blutdruck an.
 
Allgemeinmedizin 9. März 2010

Flugzeuge stören nicht nur den Schlaf

Nächtlicher Fluglärm gefährdet das Herz. Experten fordern Einschränkung der Nachtflüge.

Wer in den Nachtstunden häufig Flugzeuge über sich hinwegbrausen hört, läuft eher Gefahr, eine Herz- oder Kreislauferkrankung zu erleiden. Zudem werden speziell Frauen öfter depressiv.

 

Im Auftrag des deutschen Umweltbundesamtes (UBA) wurden die Gesundheitsfolgen von nächtlichem Fluglärm in der Region Köln-Bonn untersucht. Laut UBA klagt jeder Dritte über Fluglärm.

Schon in früheren Erhebungen konnte gezeigt werden, dass Personen, die über häufigen nächtlichen Fluglärm klagen, öfter unter Bluthochdruck leiden und weit mehr Medikamente verschrieben bekommen als Personen, die in ruhigeren Gegenden wohnen. „Jetzt konnten wir diese Ergebnisse noch verfeinern, indem wir Krankenkassen-Daten von einer Million Spitalsdiagnosen einarbeiteten“, berichtet der UBA-Experte für Lärmminderung Ing. Thomas Myck.

Auf Dauer unruhig und nervös

Dass Lärm ein wichtiger Stressor ist, wurde bisher für den Straßenverkehr hinreichend dargelegt. „Menschen, die in den Nachtstunden regelmäßig starkem Fluglärm ausgesetzt sind, fühlen sich oft schon vor dem Zubettgehen gestört oder sie wachen nachts auf. Das macht auf Dauer unruhig und nervös“, erklärt Dr. Rene Weinandy. Die Folgen seien häufigere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und besonders bei Frauen vermehrt Depressionen.

Pause für alte Flugzeuge

Ein Teil des nächtlichen Fluglärms ist laut Ansicht der Experten vermeidbar. „Man könnte im Bedarfsfall die Nachtflüge einschränken oder ganz verbieten“, so Myck. Besonders betreffe das Flugzeuge, die viel Lärm erzeugen. „Frachtflugzeuge älteren Baujahres sollten nachts zumindest durch leisere Flieger ersetzt werden.“

 

Download der Studie: www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3774

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben