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Allgemeinmedizin 23. Februar 2010

Olympische Winterspiele im Nachtdienst

Viele Kollegen haben nach dem Nachtdienst fünf Ringe unter den Augen.

Zeitzonenbedingt überträgt das Fernsehen die Live-Bilder der Olympischen Winterspiele aus Kanada in den frühen Morgenstunden und damit direkt in der Kerndienstzeit der Nachtschicht. So laßen sich Beruf und Hobby sportbegeisterter Ärze zeitlich glänzend verbinden. Und Patienten müssen sich tunlichst hüten, ernsthafte Kreislaufprobleme oder Nachblutungen zu entwickeln, wenn gerade eine wichtige Entscheidung im Skispringen ansteht.

Ich persönlich muss gestehen, dass ich nicht allzu viel mit dem passiven Sportgenuss anfangen kann und zähle mich diesbezüglich zu den Banausen. Früher dachte ich sogar, bei den Winterspielen würden dieselben Bewerbe ausgetragen, wie im Sommer, nur eben in der Kälte: Speerwerfen in Anorak, Beachvolleyball im Tiefschnee, Fechten mit Skistöcken oder Ringen an der Talstation des Schleppliftes.

Bemerkenswert ist jedoch, dass es auch bei den Sportlern eine Unzahl an Fachdisziplinen gibt, ganz so wie bei unseren Internisten. Da treten in Vancouver nicht nur Allgemein-Skifahrer an, sondern auch Spezialisten für Slalom, Abfahrt, Super-G, Aprés-G und Tai-G, für Riesentorlauf und Seilbahnfahren. Kommt also ein Abfahrtsläufer an einer Stange vorbei, überweist er diese an den Slalom-Experten. Und so schließt sich der Kreis. Schließlich ist Olympia auch im Spital, wenn eine Reihe Famulanten, die bei den interessanteren Dingen mit den Worten „Nix angreifen, nur schaun!“ motiviert werden; denn auch hier gilt das Motto: „Dabei sein ist alles“.

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