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Allgemeinmedizin 1. Dezember 2009

Geschlossene Schulen gegen Grippe?

Vor Kurzem wurde von Seiten der Generaldirektion für öffentliche Gesundheit davon abgeraten, Schulen vorschnell grippebedingt zu schließen, da Kinder den Erregern außerhalb der Institution genauso ausgesetzt sind. Eine Studie ergibt jedoch möglicherweise einen Nutzen für die Gesamtbevölkerung durch Zwangsferien. Eine Übersichtsstudie in acht europäischen Ländern ergab, dass es während Wochenenden und Schulferien signifikant seltener zu Krankheitsübertragungen kommt.

Zwischenmenschliche Kontakte kommen an Werktagen um 10 Prozent häufiger zustande als an Wochenenden. Vor allem Kontakte zu Gleichaltrigen sind dann häufiger, während es in schulfreien Zeiten relativ häufiger zu Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Generationen kommt. „Vor allem Kinder sind wichtige Verbreiter von Krankheitserregern“, erklärt Studienautor Prof. Dr. Niel Hens, Hasselt und Antwerpen Universität, Belgien. „Wenn wir annehmen, dass Schulschließungen während einer Pandemie denjenigen zu Ferienzeiten ähnlich sind, dann zeigen unsere Ergebnisse, dass dadurch die Krankheitsübertragung um etwa 21 Prozent reduziert werden könnte.“

 

Quelle: Hens, N. et al.: Estimating the impact of school closure on social mixing behaviour and the trasmission of close contact infections in eight European countries. BMC Infectious Diseases (in press)

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