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Allgemeinmedizin 25. Oktober 2009

Bewegung als gesellschaftliche Herausforderung

Einmal im Jahr bewegen sie sich doch: Am Nationalfeiertag wird traditionell gewandert, zumeist im Rudel und mit feucht-fröhlichem Ausklang. Der "Tag der Bewegung" bleibt aber leider viel zu oft das einzige sportliche Ereignis des Jahres. Eine Stellungnahme zum 26.Oktober der Österreichischen Gesellschaft für Public Health.

Immer weniger Bewegung

Die meisten Menschen bewegen sich zu wenig. Folgen sind Übergewicht, Verlust an Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit, Verlust an Lebensfreude, Übergewicht und verschiedene Krankheiten und damit eine Mehrnachfrage nach Gesundheitsleistungen und steigende Gesundheitskosten.

Der Aktionstag „Gemeinsam gesund bewegen“ am Nationalfeiertag, zu dem der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) gemeinsam mit  der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO) aufruft, bietet eine gute Gelegenheit, körperlich aktiv zu sein. Durch Angebote bei denen nicht der sportliche Ehrgeiz, sondern einfach die Freude im Vordergrund steht.

"Einmal wird schon reichen"

Die ÖGPH weist jedoch darauf hin, dass körperliche Aktivität nicht eine „einmal und nie wieder“-  oder „einmal wird schon reichen“-Aktion bleiben darf, sondern dass gezielte Bewegung auch nach dem großen Aktionstag regelmäßig betrieben werden sollte. Dazu bedarf es jedoch keines aufwendigen Trainingsplans und kostspieliger Sportausrüstung. Bereits mit etwas mehr Bewegung im Tagesablauf (Stiegensteigen statt Aufzug benutzen, kurze Distanzen gehen oder Rad statt Auto fahren, Gymnastikübungen oder Benützen eines Standfahrrades während des Fernsehens, aber auch mit Hausarbeiten, Gartenarbeiten, Laub rechen oder aktiv mit Kindern oder Enkelkindern spielen) wird die Gesundheit positiv beeinflusst.

Anliegen der Öffentlichkeit

Aber nicht nur ein individuelles Bewegungsverhalten ist gefragt. Die Mobilisierung aller Menschen, insbesondere auch finanziell wenig begünstigter Personen zu vermehrter körperlicher Aktivität, muss ein zentrales Anliegen der Öffentlichkeit sein. Die Österreichische Gesellschaft für Public Health fordert daher die Schaffung von Verhältnissen, welche individuelle und kollektive Entscheidungen für eine gesündere Lebensweise mit mehr Bewegung im Alltag und in der Feizeit erleichtern.

Anreize schaffen

Darunter fallen etwa Angebote wie Erschließung und Erhaltung von beleuchteten Rad- und Gehwegen; Anlage, Kennzeichnung und Bekanntmachung von Wander- und  Stadtwanderwegen sowie von Lauf- oder Nordic Walking-Strecken; Einrichtung und Unterhalt öffentlich zugänglicher Fahrräder;  Ausbau von Bewegungs- und Sportstunden in Schulen und Kindergärten; die Ausbildung von Lehrpersonen für Bewegungs- und Sportunterricht auf allen Stufen; Unterstützung von gesundheitsorientierten Bewegungsangeboten im Vereinssport,  Förderung gesundheitsförderlicher  Aktivitäten in  Betrieben, sowie Erhaltung und Förderung von Grünflächen und Sportanlagen und deren Öffnung für die breite  Öffentlichkeit.

 

Internationale Beispiele zeigen, dass mit derartigen Verhältnissen deutliche Anreize zu mehr körperlicher Aktivität und somit zu mehr Gesundheit für die (noch) wenig bewegungsorientierte Bevölkerung (und dies ist noch immer ein Grossteil  der österreichischen Bevölkerung) geschaffen werden.

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