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Trägerflugzeuge sollen Weltraumtouristen demnächst ins All befördern.
 
Allgemeinmedizin 23. September 2009

Wie flugtauglich müssen Weltraumtouristen sein?

An Sicherheitsrichtlinien wird eifrig gebastelt. Erste-Hilfe-Maßnahmen werden für die Schwerelosigkeit angepasst.

Auf dem Kongress der Internationalen Akademie für Luftfahrt- und Raumfahrtmedizin in Zagreb, Kroatien, wurde eifrig über die Flugmedizin der Zukunft diskutiert.

Tickets für den Flug in den periorbitalen Raum mit „Virgin Galactic“ werden bereits verkauft. Fragen, die im Zusammenhang mit Flügen in die Schwerelosigkeit zu beantworten sind, betreffen die physische und psychische Tauglichkeit, über die Passagiere und Piloten für Raumflüge verfügen müssen. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) hat sich bei den Tauglichkeitserfordernissen für Passagiere noch nicht festgelegt. Für die Piloten der Raumfahrzeuge genügt laut FAA derzeit ein Klasse-2-Medical Certificate. Bei Testflügen wurden 93 Prozent der angemeldeten Passagiere, die bereits ein Ticket gekauft haben und zwischen 22 und 88 Jahre alt sind, als tauglich für periorbitale Flüge befunden, nur sieben Prozent wurden abgewiesen. Allerdings gelangten die Veranstalter im Rahmen dieser Tests von Raumflugpassagieren zu der Erkenntnis, dass erfahrene Flugmediziner für die Evaluierung der medizinischen und mentalen Fitness von Raumflugpassagieren erforderlich sind.

Ein weiteres Thema auf dem Kongress war die Wiederbelebung in der Schwerelosigkeit. Am Kings College in London und in Brasilien wurden spezielle Techniken dafür entwickelt. In der Schwerelosigkeit können auch Geräte zum Einsatz kommen, die die rhythmische Kompression des Brustkorbs durchführen. Bis diese jedoch einsatzbereit sind, müssen Ersthelfer mit Kompressionen und Beatmung beginnen. In der Schwerelosigkeit wird ein Bein über die Schulter und das zweite Bein überkreuzt mit dem anderen Bein unter den Thorax des zu Reanimierenden gebracht und die Thoraxkompression durch diese Fixierung des Körpers ermöglicht.

Weiters wurden Entwürfe der europäischen Luftfahrtsicherheitsbehörde EASA (European Aviation Safety Agency) zur Vereinheitlichung der medizinischen Tauglichkeitsvorschriften für Luftfahrtpersonal vorgestellt. Diese sollen laut EASA 2012 inkrafttreten.

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