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Allgemeinmedizin 16. September 2009

Ärzte sollten ihre Funktion als „Motivatoren“ mehr nutzen

Empfehlungen von Ärzten haben bei Patienten nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert.

Im Rahmen einer Studie wurde untersucht, wie passive Personen zu mehr körperlicher Bewegung stimuliert werden könnten und welche Personengruppen am ehesten als „Motivatoren“ in Frage kommen.

 

Körperliche Aktivität ist entscheidend für die Prävention von Adipositas, Typ-2-Diabetes mellitus und von kardiovaskulären Krankheiten. Zudem ist sie Voraussetzung für die Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Selbstständigkeit im Alter, aber auch für psychisches Wohlbefinden und die Verzögerung der Demenzentwicklung. Im klinischen Alltag ist es aber oft eine schier unüberwindliche Herausforderung für den Arzt, Menschen zu mehr Bewegungsausübung zu motivieren.

In einer Studie, die im Center of Excellence for Orthopaedic Painmanagement Speising (Ceops), Orthopädisches Spital Speising (O.S.S.), durchgeführt wurde, sind 500 Personen zu ihrem Freizeitverhalten, der Selbsteinschätzung ihrer persönlichen Fitness sowie hemmenden und motivierenden Faktoren in Bezug auf ihr Bewegungsverhalten befragt worden. Ziel war es, herauszufinden, wie wenig aktive Personen zu mehr körperlicher Bewegung stimuliert werden könnten und welche Personengruppen am ehesten als „Motivatoren“ in Frage kommen.

Nur etwa jeder zweite Befragte war körperlich aktiv. Aber auch viele nicht aktive Personen könnten sich vorstellen, „bewegungsintensiver“ zu leben. Der wesentlichste Stimulus dafür ist der Wunsch nach körperlichem Wohlbefinden. Ärzte und die Vorbildwirkung anderer bzw. einer Gruppe waren dabei die stärksten Motivatoren für mehr körperliche Bewegung.

Diese Studie zeigt, dass den Empfehlungen von Ärzten nach wie vor ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt wird. Ärzte sollten sich dieser ihrer Autorität bewusst sein und sie verstärkt nutzen, um die nach wie vor meist zu wenig aktive Bevölkerung zu mehr körperlicher Bewegung zu motivieren.

 

Der Originalartikel kann in der Wien Klin Wochenschr (2009) 121: 520–527; DOI 10.1007/s00508-009-1207-6, © Springer-Verlag 2009, nachgelesen werden.

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