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Foto: wikipedia
In einer Metaanalyse wurde untersucht, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Reisethrombose ist: Selbst unter Prädestinierten liegt sie nur bei 0,2 Prozent.
 
Allgemeinmedizin 20. August 2009

Gefahr tiefer Venenthrombosen bei Flugreisen wird überschätzt

IQWIG: Auch heuer wurde in allen Medien fleißig vor Flugreisen gewarnt – dabei ist das Risiko durch Gips und Schiene viel höher.

Immer wieder wird in Laienmedien zur Reisezeit berichtet, dass Langstreckenflüge das Risiko für eine tiefe Venenthrombose (Reisethrombose) erhöhen. Das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen IQWiG hat daher Forschungsergebnisse zu tiefen Venenthrombosen und Flugreisen zusammengefasst.

Die Metaanalyse des IQWIG berücksichtigt in Summe Daten von Millionen Flugreisenden. Dabei hat sich herausgestellt, dass lediglich ungefähr zwei bis fünf von 10.000 Menschen nach einem Langstreckenflug mit einer Dauer von mehr als sechs bis acht Stunden eine tiefe Venenthrombose mit Symptomen entwickeln (höchstens 0,05 Prozent).

Selbst bei Reisenden mit erhöhtem Risiko, etwa aufgrund von ausgeprägten Krampfadern oder starkem Übergewicht, ist eine Reisethrombose nicht sehr wahrscheinlich: Nur 20 von 10.000 Fluggästen sind davon betroffen (0,2 Prozent). Bei einer Flugdauer unter vier bis sechs Stunden fand das Institut keine überzeugenden Nachweise, dass das Thromboserisiko überhaupt erhöht ist.

„Übrigens“, so Prof. Dr. Peter Sawicki, Leiter des Instituts, „wenn Sie bei einer Flugreise Ihr Thromboserisiko mit Kompressionsstrümpfen senken wollen, sollten Sie sie mindestens zwei Stunden vor dem Start anziehen und während des gesamten Fluges tragen. Studien haben gezeigt, dass Sie dann das Risiko für eine tiefe Venenthrombose etwas verringern.“

Compliance fördern

Patienten, die mit einem eingegipsten oder geschienten Bein still liegen, nehmen dafür die Thromboseprophylaxe oft nicht ernst genug. Außerdem unterschätzen sie die Wichtigkeit, möglichst früh wieder mobil zu werden.

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