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Allgemeinmedizin 9. Juli 2009

Nicht fahrtauglich

Belastungsfähigkeit nach Fraktur reicht nicht.

Femur- und Tibiaschaftfrakturen können längerfristig die Fahrtüchtigkeit einschränken. Bisher wurde vermutet, dass nach Erreichen der vollen Belastbarkeit alles in Ordnung sei. Problematisch ist aber die Reaktionszeit.

 

Wissenschaftler des New Yorker Universitätskrankenhauses für Gelenkkrankheiten haben untersucht, wann Patienten nach operativen Eingriffen wegen Frakturen der unteren Extremitäten genügend wiederhergestellt sind, um Auto fahren zu können. Das Ergebnis: Nicht die Belastbarkeit des Knochens ist das Problem, sondern die Reaktionsfähigkeit nach der Fraktur.

Als Kontrollen am Fahrsimulator dienten zwölf Freiwillige. Deren Werte wurden mit den Werten von 22 Patienten sechs, neun und zwölf Wochen nach operativer Versorgung einer Fraktur des rechten Femurs oder Tibiaschaftes verglichen sowie mit den Werten von 35 Patienten zwölf, 15 und 18 Wochen nach Versorgung einer rechtseitigen Fraktur eines Gelenkknochens (Plateau, Pilon, Calcaneus oder Acetabulum). Simuliert wurden unterschiedliche Fahrsituationen. Parallel dazu wurde ein Assessment der muskuloskeletalen Funktion durchgeführt.

Es zeigte sich, dass die Reaktionszeit nach Erreichen der vollen Belastbarkeit noch einige Zeit signifikant länger war. Es vergingen im Mittel etwa 300 Millisekunden bis zur Bremsreaktion. Die Reaktionszeit der Patienten mit Femur- oder Tibiaschaftfraktur betrug sechs Wochen nach Vollbelastung im Mittel 444 Millisekunden, nach neun Wochen 377 Millisekunden und nach zwölf Wochen 359 Millisekunden. Bei Patienten nach Fraktur eines Gelenkknochens waren es 412 Millisekunden nach zwölf Wochen, 343 Millisekunden nach 15 Wochen und 339 Millisekunden nach 18 Wochen.

 

Quelle: Egol K. et al. Journal of Trauma 2008; 65 (6): 1435–8

Orthopädie&Rheuma/PH, Ärzte Woche 27 /2009

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