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Allgemeinmedizin 15. Mai 2008

Foster® dringt tief in die Lunge ein

Seit 1. Mai 2008 ist das Inhalationstherapeutikum Foster®, eine Fixkombination des inhalativen Kortikosteroids Beclometason mit dem lang wirksamen ß2-Mimetikum Formoterol, erhältlich. In einem Expertenstatement wurde der Stellenwert der neuen Inhala­tionstherapie bei Asthma und COPD bewertet. Asthma beschränkt sich nicht nur auf die großen Atemwege, sondern betrifft als inflammatorische Erkrankung die gesamte Lunge. „Eine optimale Therapie muss demnach auch die kleinen Atemwege erfassen. Unter diesen Umständen wird die Notwendigkeit deutlich, inhalative Medikamente über extrafeine Formulierungen in diese kleinen Atemwege zu bekommen“, erklärt Dr. Thomas Voshaar, Chefarzt der Medizinischen Klinik III, Stiftung Krankenhaus Bethanien für die Grafschaft Moers, Deutschland. Dies gelte ebenso für die Small-Airway-Disease COPD.

Bis in die kleinen Atemwege

Die Teilchen einer Inhalationstherapie sollten nicht nur klein, sondern auch langsam sein, um optimal an den Wirkort zu gelangen. Bei den herkömmlichen Trockeninhalationssystemen ist ein guter inspiratorischer Fluss notwendig, damit die Teilchen zum Zielort gelangen. „Das schaffen aber viele Patienten nicht und man kann davon ausgehen, dass etliche von ihnen eine Null-Deposition haben, die dazu führt, dass die Erkrankung nicht kontrolliert ist. Inhaliert man allerdings sehr kräftig, werden die Teilchen so schnell, dass sie die Verzweigungen der Atemwege nicht passieren können. Damit sind also sämtliche Pulver­inhalationen physikalisch limitiert“, so Voshaar.
Für das „Maintenance and Re­liever“-Therapiekonzept ist daher ein Dosieraerosol von Vorteil. Allerdings seien die herkömmlichen Dosieraerosole mit einer Austrittsgeschwindigkeit von 160 km/h im Handling problematisch – ein langsames Inhalationsmanöver sei nicht möglich, da die schnellen Teilchen an die Rachenwand prallen, schildert Voshaar. Zusätzlich müssen die Wirkstoffteilchen auch noch den Kehlkopf und die Stimmbänder überwinden, was nur bei geringen Teilchengrößen – die Partikel müssen kleiner als 4,7 Mikrometer sein – möglich ist.
Diese Voraussetzung bringt das neue Inhalationstherapeutikum Foster® mit: „Das Besondere an dieser neuen Therapieoption ist die extra feine Darreichungsform, mit der eine wesentlich bessere Lungendeposition erzielt werden kann, als mit den bisher am Markt befindlichen Medikamenten“, erläutert Prof. Dr. Jean Bousquet, Abteilung für Allergologie und Pulmologie an der Universität Montpellier, Frankreich.

Vorteile einer extrafeinen Kombination

Formoterol, ein Inhaltsstoff von Foster®, hat den Vorteil, dass die Wirkung rasch eintritt und die Dosis im Bedarfsfalle erhöht werden kann. Das Kombinationspräparat bietet demnach die Möglichkeit einer sehr flexiblen Dosierung, die im Bedarfsfall auf zwei Mal zwei Hübe erhöht werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit 100µg BDP in der extra feinen Darreichung von Foster® die gleiche Wirkung erzielt wie mit 250µg BDP aus einem herkömmlichen CFC-Dosieraerosol.
Zusätzlich ist die Inhalation aus dem Dosieraerosol einfacher. „Trotz aller Bemühungen um die Schulung von Asthmapatienten gibt es noch immer sehr viele Patienten, die mit der Koordination enorme Schwierigkeiten haben und daher schlecht therapiert sind“, so Bousquet. Die Foster®-Aerosolwolke habe den Vorteil, dass sie sich deutlich langsamer bewege, was dem Patienten mehr Zeit zur Koordination beim Auslösen und Einatmen gibt.

Empfehlungen

„Es scheint, als hätten wir jetzt eine Alternative zu den bestehenden Fixkombinationen. Es gibt einige Patientengruppen, die von der neuen Kombination profitieren können. Handlungsbedarf ist vor allem bei schweren COPD-Patienten, die mit Trockenpulver therapiert werden, gegeben. Ein schwerer COPD-Patient ist meist nicht in der Lage, genug inspiratorischen Flow aufzubringen, um aus einem Trockenpulverinhalator ausreichend Substanz zu inhalieren“, so die Empfehlung von Prof. Dr. Otto C. Burghuber, Vorstand der 1. Internen Lungenabteilung, Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartner Höhe, Otto-Wagner-Spital, Wien.
Foster® ist indiziert für Patienten, deren Asthma entweder unter inhalativen Steroiden und kurz wirksamen ß2-Mimetika nicht ausreichend kontrolliert ist, oder Patienten, die bereits lang wirksame ß2-Mimetika und inhalative Steroide in Kombination erhalten. Die Dosierung beträgt ein oder zwei Hübe zwei Mal pro Tag, wobei ein Sprühstoß 100 µg Beclometason und 6 µg Formoterol enthält.

Quelle:
„Foster® – eine neue Therapieoption bei obstruktiven Lungenerkrankungen“, MedAhead, Eva Pernek.

Rückfragehinweis:
Torrex Chiesi Pharma GmbH
Gonzagagasse 16/16
1010 Wien
01/4073919


Fachkurzinformation: Foster 100/6 Mikrogramm/Sprühstoß, Druckgasinhalation, Lösung. Zusammensetzung (arzneilich wirksame Bestandteile nach Art und Menge): 1 Sprühstoß zu 100 Mikrogramm Beclometasondipropionat und 6 Mikrogramm Formoterolfumarat-Dihydrat. Dies entspricht einer über das Mundstück abgegebenen Menge von: 86,4 Mikrogramm Beclometasondipropionat und 5,0 Mikrogramm Formoterolfumarat-Dihydrat. Wirkstoffgruppe: ATC-code R03 AK07 Anwendungsgebiete: Foster ist indiziert für die regelmäßige Behandlung von Asthma, bei der die Anwendung eines Kombinationsprodukts (von inhalativem Kortikosteroid und langsam wirkendem Beta-2-Agonisten) angezeigt ist: Patienten, die mit inhalativen Kortikosteroiden und inhalativen schnell wirkenden Beta-2-Agonisten zur bedarfsweisen Inhalation nicht ausreichend eingestellt sind, oder Patienten, die mit inhalativen Kortikosteroiden und langsam wirkenden Beta-2-Agonisten in Kombination bereits ausreichend eingestellt sind. Hinweis: Foster soll nicht für die Akutbehandlung von Asthma-Symptomen eingesetzt werden. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Beclometasondipropionat, Formoterolfumarat-Dihydrat und/oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels. Hilfsstoffe: Norfluran (HFA-134a), Ethanol wasserfrei, Salzsäure. Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers: Torrex Chiesi Pharma GmbH, Gonzagagasse 16/16, A-1010 Wien, Österreich. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung,Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Abgabe: NR, Apothekenpflichtig. Erstellungsdatum/Änderungsdatum: 15.02.2008

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