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APA-Artikel 10. Oktober 2017

Umfrage: Salzburger Ärzte wollen künftig weniger arbeiten

In den kommenden zehn Jahren gehen in Salzburg rund 500 Spitals- und Kassenärzte in Pension. Dazu kommen rund 80 Mediziner, die zusätzlich nötig sind, wenn 2021 die Arbeitszeit von 48 Stunden nicht mehr überschritten werden darf. Angesichts dieser Zahlen warnte Salzburgs Ärztekammerpräsident Karl Forstner am Dienstag vor einem drohenden Mangel an Medizinern.

Anlass war die Präsentation einer Umfrage unter rund 740 Spitalsärzten im Bundesland. Demnach arbeiten - mit einer Betriebsvereinbarung - derzeit knapp 60 Prozent der Ärzte mehr als 48 Wochenstunden. Ab 2021 ist diese freiwillige Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit laut Ärzte-Arbeitszeitregelung in Spitälern nicht mehr möglich.

Die Politik überlegt, die Mehrarbeit über 2021 hinaus zu ermöglichen und das Arbeitszeitgesetz entsprechend zu novellieren. Deshalb hat die Ärztekammer ihre Mitglieder gefragt, ob sie überhaupt ein Interesse an einer längeren Arbeitszeit hätten. Das Ergebnis ist eindeutig: Mehr als zwei Drittel der Spitalsärzte gaben an, dass sie über 2021 hinaus nicht länger als 48 Stunden arbeiten würden. Viele davon wollen sogar weniger als die möglichen 48 Stunden leisten. Mehr Freizeit oder Betreuungspflichten werden dabei als häufigste Gründe genannt. Angesichts dieser Wünsche zur Reduktion der Wochenarbeitszeit seien in Salzburg ab 2021 mindestens 80 zusätzliche Spitalsärzte notwendig, erklärte Forstner.

"Die Verlängerung der Arbeitszeit ist ein untaugliches Mittel, es braucht andere Lösungsansätze", sagte der Ärztekammerpräsident. Für ihn ist - neben konkurrenzfähiger Bezahlung der Mediziner - vor allem eine bessere Ausbildung ein Schlüssel, um Salzburg für junge Ärzte attraktiver zu machen. "Die Ausbildung in den Spitälern muss besser werden", forderte Forstner. Dafür sei vor allem mehr Zeit nötig. Flexiblere Arbeitszeitmodelle, mehr Kinderbetreuungsangebot und eine Entlastung von bürokratischen Aufgaben sind weitere Maßnahmen. Die Politik müsse rasch handeln, weil Salzburg sonst im Wettbewerb um gut ausgebildete Mediziner ins Hintertreffen gerate, erklärte der Ärztekammer-Präsident.

apa.at

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