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APA-Artikel 18. September 2017

ELGA bis Mitte 2019 flächendeckend auch im niedergelassenen Bereich

Bis Mitte 2019 soll die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) samt eMedikation flächendeckend auch im niedergelassenen Bereich im Einsatz sein. Dies sieht der Rollout-Plan vor, den Ministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) in Begutachtung geschickt hat. Die Spitäler - mehr als 150 Einrichtungen - arbeiten schon österreichweit mit ELGA, bei drei Millionen Patienten wurde der E-Befund bereits genützt.

Ab März 2018 soll der niedergelassene Bereich mit ELGA ausgestattet werden. Los geht es am 8. März 2018 in der Steiermark mit dem Probebetrieb-Bezirk Deutschlandsberg, dann wird die Software in Etappen über alle Bundesländer ausgerollt. Am 20. Juni 2019 soll im Burgenland der Schlussstein gesetzt werden, sieht die Verordnung vor, die jetzt fünf Wochen in Begutachtung steht.

Zu den bereits vorhandenen ELGA-Dokumente (Entlassungsbriefe, Labor- und Radiologiebefunde) kommt die elektronische Medikationsliste dazu. Apotheken sollen auch rezeptfreie Medikamente erfassen, wenn sie Wechselwirkungen auslösen können. Mit der österreichweiten Verwendung von ELGA wird überdies die Voraussetzung für den e-Impfpass geschaffen. Dieser soll, haben Bund, Länder und Sozialversicherungen vereinbart, 2018 mit einem Pilotprojekt starten.

Rendi-Wagner sieht "gerade im Gesundheitsbereich große Chancen in der Digitalisierung, die wir nützen müssen". ELGA sei da ein "Meilenstein, der ganz wesentlich zur Gesundheit der Menschen beitragen wird".

Großen Nutzen verspricht sich die Ministerin von der eMedikation: Besonders chronisch kranke oder ältere Menschen bekämen oft mehrere Medikamente von verschiedenen Ärzten verschrieben. "Da ist es wichtig, dass sie sich darauf verlassen können, dass die Medikamente miteinander verträglich sind. Wechselwirkungen können im Ernstfall schwere gesundheitliche Folgen haben oder sogar lebensgefährlich sein." Mit einer digitalen Medikationsliste müssten sich Patienten beim Arztbesuch nicht mehr jedes einzelne Medikament merken.

Die niedergelassenen - also freiberuflich tätigen - Ärzte, die Apotheken und Ambulatorien werden bei der Einbindung von ELGA in die eigene Software unterstützt. Das Ministerium stellt als Anschubfinanzierung mehr als zehn Millionen Euro zur Verfügung. Gespräche mit allen Beteiligten laufen bereits, sie werden auch während der fünfwöchigen Begutachtung fortgesetzt.

apa.at

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