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APA-Artikel 13. September 2017

Top-Besetzung am Cannabis-Kongress in Wien

Von 6. bis 8. Oktober trifft sich das Who"s who der internationalen Cannabisforschung zum zehnten Cannabis Kongress in Wien-Vösendorf. Internationale Experten, Forscher und Mediziner werden über ihre Erfahrungen und Forschungsergebnisse zum Einsatz von Cannabinoiden in der Medizin berichten.

Mehr als 20 Experten aus zehn Ländern werden beim Cannabis Kongress heuer einen Überblick über die internationale Cannabisforschung geben und für ein breites inhaltliches Spektrum aus Wissenschaft und ärztlicher Praxis sorgen. Drei Tage lang werden Pharmakologen, Biotechnologen und Chemiker über die Zusammensetzung der Cannabispflanze referieren und Mediziner ihre Daten und Erfahrungsberichte zu Wirkung und Anwendungsgebieten vorstellen. Modernste Verfahren zum Klonen und Züchten von Cannabis als Rohstoff für die Medizin werden ebenfalls präsentiert. Um auf den gesteigerten Bedarf vieler Patienten einzugehen, finden von 6. bis 8. Oktober, eine Patienten-Lounge zu den Fachbereichen Allgemeinmedizin, Neurologie und Psychiatrie statt. Die Patienten-Lounge dient dem persönlichen Austausch mit erfahrenen Ärzten und Ärztinnen sowie Experten.

Trend: Legalisierung von Medizinalhanf

Die rechtliche Situation wird ebenfalls beleuchtet, denn zahlreiche Länder haben mittlerweile Cannabis für die Medizin legalisiert. Medizinisches Cannabis ist bereits in 29 US-Bundesstaaten und dem District of Columbia legalisiert; acht davon haben Cannabis vollständig legalisiert. Kanada wird Cannabis 2018 ebenfalls komplett legalisieren; die Niederlande, Tschechien und Portugal haben mit einer Entkriminalisierung gute Erfahrungen gemacht. Israel gilt in Sachen Medizinalhanf ebenfalls als Vorreiter. Mehr als 25.000 Patienten dürfen dort legal Cannabis konsumieren. In Deutschland erhalten Schmerzpatienten Cannabis auf Rezept in der Apotheke. Spanien, Tschechien, die Niederlande, Portugal und Deutschland vergeben auch Anbaulizenzen für Medizinalhanf.

Cannabis feiert Re-Medizinalisierung

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: gute Wirkung bei marginalen Nebenwirkungen, und das bei einer Vielzahl gut belegter therapeutischer Anwendungsmöglichkeiten. In klinischen Studien wurde gezeigt, dass Cannabis appetitanregend, schmerzstillend und übelkeitshemmend wirkt. Der Cannabiswirkstoff Cannabidiol (CBD) wirkt nachweislich antipsychotisch, und muskelentspannend. In klinischen Studien zu Epilepsie bei Kindern wurde belegt, dass Cannabis-Medikamente epileptische Anfälle deutlich reduzieren. Erste Laborversuche konnten zeigen, dass der Wirkstoff Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) im Zusammenspiel mit Cannabidiol (CBD) eine hemmende Wirkung auf das Wachstum von Tumorzellen hat. Valide klinische Studien werden jetzt dazu vorbereitet, auch darüber wird auf dem Kongress berichtet.

Kongress-Highlights im Überblick

Karten zum Cannabis Kongress sind vorab über die Website (www.cannabiscongress.at) oder direkt vor Ort erhältlich. Das Kongressticket berechtigt auch zum Besuch der Messe. Der Kongress findet heuer zum zehnten Mal parallel zur Hanfmesse Cultiva statt. Die Teilnahme an der Patienten-Lounge ist kostenlos, eine Voranmeldung per E-Mail ist erforderlich.

apa.at

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