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APA-Artikel 21. August 2017

Alpbacher Gesundheitsgespräche - Konflikt- und Kooperationszonen

Das diesjährige Generalthema des Europäischen Forum Alpbach lautet "Konflikt und Kooperation". Es biete gerade bei den Gesundheitsgesprächen genügend Stoff für Diskussion, weil im Gesundheitswesen in Österreich viele Politikfelder zusammenträfen, betonte Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) am Sonntag bei der Eröffnung der Alpbacher Gesundheitsgespräche (bis 22. August).

Im Rahmen der Veranstaltung geht es in diesem Jahr zu einem Gutteil um die einander oft zum Teil widerstreitende Interessen und Bedürfnisse der Menschen im und rund um das Gesundheitswesen. "Zum einen ist die Ausgangslage durch die zersplitterten Kompetenzen eine Herausforderung und verstärkt die Notwendigkeit, miteinander und nicht gegeneinander zu arbeiten. Die Gesundheitsreform, die gemeinsame Zielsteuerung Gesundheit, war hier ein sehr großer Schritt in Richtung mehr Kooperation und gemeinsamer Zielorientierung. Zum anderen ist gerade der Gesundheitsbereich auch kein in sich geschlossenes System, sondern die Gesundheit der Menschen hängt von allen Politikbereichen ab", sagte die Ministerin zur Situation in Österreich.

Deshalb sei es wichtig, den Ansatz von "Health in all Policies" (Gesundheit in allen Politikfeldern; Übers.) zu unterstreichen. "Von der Bildung, über den Arbeitsmarkt bis zur Landwirtschaft, hat alles Einfluss auf die Gesundheit der Bevölkerung", sagte Pamela Rendi-Wagner. Trotz aller Hürden sei das Gesundheitssystem in Österreich "sehr gut aufgestellt und mit Sicherheit unter den weltweit besten z.B. was Verfügbarkeit von Behandlungen und Therapien, den Zugang zu Leistungen, oder auch den e-Health-Bereich betreffe". Mit der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) werde in Österreich gerade eines der innovativsten Systeme aufgebaut.

Eine Diskrepanz, die es im Gesundheitswesen wohl dringender als in allen anderen Politikfeldern zu überwinden gelte, sei der Gegensatz zwischen kurzen Legislaturperioden und der langen Frist, in der Maßnahmen im Gesundheitswesen erst ihre Wirkung entfalten könnten. Hier sei die Politik aufgerufen, trotz aller Wahltermine die Nachhaltigkeit ihrer Arbeit und die großen Ziele im Auge zu behalten, betonte die Ressortchefin. Die vielen Beteiligten am Gesundheitswesen und die Vertreter der verschiedenen Interessenslagen von der Forschung über die Industrie, von den Gesundheitsberufen bis zur Politik, dürften nicht vergessen, dass im Mittelpunkt aller Bemühungen immer die Patienten stehen müssten. Für sie alle müsste Chancengerechtigkeit herrschen.

Die Gesundheitsministerin hatte am Sonntag in der Tiroler Gemeinde Sonntagabend auch ein Treffen mit dem EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelrecht, Vytenis Andriukaitis, auf ihrem Programm. Drei Themen standen im Mittelpunkt des Gespräches: die Fipronilaffäre, die Bewerbung Wiens für den zukünftigen Sitz der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA sowie die österreichische Ratspräsidentschaft im Jahr 2018, hieß es im Ministerbüro.

Rendi-Wagner setze sich für eine klare Kennzeichnungspflicht der Herkunft auch bei verarbeiteten Lebensmitteln ein, damit man Produkte wie beispielsweise Mayonnaise oder Nudeln gezielt rückverfolgen könne und diese bei Verdacht rascher aus dem Verkehr gezogen werden könnten. Eine Herkunftskennzeichnung würde darüber hinaus auch die Transparenz für die Konsumenten erhöhen. In Sachen EMA-Sitz werde die Ministerin darauf hinweisen, dass 450 Unternehmen allein in Wien im Bereich Gesundheitsforschung tätig sind. Die österreichische Bundeshauptstadt sei ein Top-Standort mit besten Voraussetzungen für die Übersiedelung der EMA aus London infolge des Brexit.

apa.at

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