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APA-Artikel 21. August 2017

Zukunft der Gesundheitsberufe: Zusammenarbeit

Die Zukunft der beiden akademischen Gesundheitsberufe - der Ärzte und der Apotheker - liegt in einer möglichst engen Kooperation. Das sagten am Sonntag bei einem "Gipfelgespräch" im Vorlauf zu den Alpbacher Gesundheitsgesprächen Vertreter beider Berufsgruppen. Das Wichtigste sei größerer Nutzen für die Patienten.

"Es ist für uns eine sehr schwierige Zeit", sagte Apothekerkammerpräsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr und verwies auf die Vorteile des Apothekenwesens in Österreich: "Wir haben 1.400 Apotheken flächendeckend. Zwei Millionen Kunden kommen jede Woche zu uns. Wir haben ein Fachpersonal mit gediegener universitärer Ausbildung. Das ist eine Ressource für das Gesundheitssystem."

An sich gäbe es im Sinne der Patienten im Rahmen einer engen Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern genug zu tun, sagte die Standesvertreterin: "Zehn Medikamente werden (vom Arzt; Anm.) verschrieben, neun werden abgeholt, sieben werden eingenommen - und eine Wirkung entfalten davon etwa 50 Prozent, also drei oder vier dieser Arzneimittel." Niederschwellige Information und Beratung sowie Hilfe zu vermehrter Gesundheitskompetenz der Menschen seien neben der reinen Versorgung mit Arzneimitteln Kernpunkte für die Zukunft.

Thomas Jungblut, Vizepräsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Hausarzt in Bregenz, betonte das in der Praxis oft gute Verhältnis zwischen Ärzten und Apothekern. Von entscheidender Bedeutung sei in den Apotheken der niederschwellige Kundenkontakt, die Beratung müsse aber hoch qualitativ sein. Es sei ein harter Job, Patienten richtig über die vom Arzt verschriebenen Arzneimittel zu informieren, aufzuklären und gleichzeitig die notwendige Therapietreue des Kranken zu fördern. Bei jeder noch so guten Kooperation müsse aber die fachliche Trennung der Arbeitsbereiche von Ärzten und Apothekern gewährleistet sein.

Die Experten forderten unter anderem die Erstellung von Leitlinien für die Beratungstätigkeit in den Apotheken, um diese Aufgaben flächendeckend und mit sichergestellter Qualität erfüllen zu können. Einen "Appell für Zusammenarbeit" richtete Manfred Maier, bis vor kurzem Leiter der Abteilung für Allgemeinmedizin der MedUni Wien an beide Berufsstände: "Wichtig wäre zum Beispiel eine interdisziplinäre Ausbildung." Wie in den Niederlanden sollten Medizin- und Pharmaziestudenten einen Teil ihrer universitären Ausbildung gemeinsam absolvieren. Schneller als die Umsetzung eines solchen Plans könne man aber bestimmte gemeinsame Fortbildungsaktivitäten für Ärzte und Apotheker entwickeln.

Thomas Veitschegger, Präsident der oberösterreichischen Apothekerkammer, plädierte für eine "gemeinsame Fortbildung auf regionaler Ebene und für gemeinsame Qualitätszirkel" Ärzten und Apothekern. Schließlich sollten auch Krankenhausapotheker und ihre Kollegen in den öffentlichen Apotheken besser vernetzt sein und mehr kooperieren, hieß es bei der Veranstaltung.

apa.at

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