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APA-Artikel 14. August 2017

Kinderlähmung: Schutzimpfung hält nicht ein Leben lang an!

Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten Maßnahmen, wenn es darum geht, Krankheiten zu verhindern bzw. auszurotten. Nicht nur die Geimpften sind vor der entsprechenden Krankheit geschützt. Dank der so genannten "Herdenimmunität" erstreckt sich der Impfschutz auch auf Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht selbst geimpft sind[1]. Allerdings reicht es in vielen Fällen nicht aus, nur im Kindesalter impfen zu lassen, etwa bei Polio (Kinderlähmung), warnen die oberösterreichischen Apotheker.

"Die meisten Menschen nehmen an, dass sie durch die Impfung im Kindesalter für immer gegen Polio geschützt sind. Das ist nicht richtig", sagt Mag. pharm. Thomas W. Veitschegger, Präsident der Landesgeschäftsstelle Oberösterreich der Österreichischen Apothekerkammer. Vielmehr sollte die Impfung gegen Polio ab dem 18. Lebensjahr alle zehn Jahre aufgefrischt werden, ab dem 60. Lebensjahr empfiehlt der Österreichische Impfplan eine Auffrischung im Abstand von fünf Jahren.

"Als Apothekerinnen und Apotheker haben wir die Pflicht, die Menschen über diese Fakten aufzuklären", so Mag. pharm. Monika Aichberger, Vizepräsidentin der Apothekerkammer. Gerade angesichts der von der WHO gemeldeten Polio-Fälle, die unter anderem Syrien betreffen, sei es wichtig, die Bevölkerung zu informieren und zur Auffrischung zu bewegen, so Veitschegger und Aichberger: "Die Wirkung einer Impfung hält nicht ein Leben lang an. Auch das Fehlen von Teilimpfungen oder verspätete Auffrischungsimpfungen können den Schutz beeinträchtigen." Das gelte auch für die "Herdenimmunität". Auch diese leide, wenn unregelmäßig oder falsch geimpft werde, so die beiden Standesvertreter.

[1] Vgl. Ursula Wiedermann-Schmidt, Impfen: Wann. Wogegen. Warum., MANZ"sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien 2016.

apa.at

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