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APA-Artikel 17. März 2017

MedAustron - NÖ Grüne fordern Kostenübernahme durch Hauptverband

Im MedAustron-Zentrum für Ionenstrahlentherapie in Wiener Neustadt werden seit Dezember Krebspatienten behandelt. Aber noch immer gebe es mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger keine Einigung über eine direkte Kostenübernahme, kritisierten die NÖ Grünen in einer Pressekonferenz am Freitag.

Es sei nicht nachvollziehbar, warum Patienten "ins Ausland reisen müssen, um alles von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen, während wir mit MedAustron eine Top-Behandlung vor der Haustür haben, aber für diese Behandlung in Österreich nur ein vergleichsweise niedriger Zuschuss gewährt wird." Landessprecherin Helga Krismer bezeichnete das als "absurd". Sie verwies auf die hohen Investitionen von Bund, Land und Stadt in das Projekt. Der Bund habe im Gesetz dafür gesorgt, dass die Kosten übernommen werden können - das müsse endlich umgesetzt werden.

"Solange die Vollkosten nicht zur Gänze abgegolten werden, so lange haben wir ein unfaires Mehrklassensystem in der Krebsbehandlung", meinte Abg. Tanja Windbüchler-Souschill, Gemeinderätin in Wiener Neustadt. Sie kündigte eine parlamentarische Anfrage an die Gesundheitsministerin hinsichtlich der Gestaltung der Berechnungen zur Kostenübernahme an.

Aus Sicht der NÖ Grünen ist der vom Hauptverband im Dezember 2016 festgesetzte Kostenzuschuss für Protonenbehandlung bzw. die Behandlung mit Kohlenstoffionen restriktiver als in anderen europäischen Ländern mit Partikeltherapiezentren. Erste Patienten hätten bereits begonnen, ihre Ansprüche gegenüber ihren Krankenversicherungsträgern im Gerichtsweg durchzusetzen.

Unabhängig davon führe die EBG MedAustron GmbH weiterhin Verhandlungen mit dem Hauptverband. In diesem Jahr sollen laut der Aussendung bis zu 150 Patienten in Wiener Neustadt behandelt werden. Die Behandlungskapazität werde schrittweise erhöht, ab 2020 sollen es bereits 1.000 Patienten sein.

apa.at

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