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APA-Artikel 16. März 2017

Gesundheitsreform - Länder bekennen sich zu neuer Primärversorgung

Die Gesundheitsreferenten der Bundesländer haben bei ihrer Konferenz am Donnerstag in Innsbruck ein gemeinsames Bekenntnis zur neuen Primärversorgung (PHC-Gesetz) abgelegt. Die Bedenken der Ärztekammer stießen bei den Landesräten hingegen auf nur wenig Verständnis. "Die Töne aus der Ärztekammer sind zum Teil nicht nachvollziehbar", meinte etwa der steirische Landesrat Christoph Drexler (ÖVP).

Die geplanten Primärversorgungseinheiten (PVE) seien bloß eine Ergänzung des klassischen Bereichs und würden den Hausarzt keinesfalls verdrängen. "Sie bringen eine Verbesserung für die Bürger", sagte Drexler bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Gesundheitsreferenten im Anschluss an die Tagung in Innsbruck. Die PVE würden das Versorgungsnetz noch engmaschiger machen und bestehende Strukturen lediglich erweitern, stieß der Tiroler Gesundheitslandesrat, Bernhard Tilg (ÖVP), ins selbe Horn.

Bei der neuen Primärversorgung gehe es vor allem darum, die Versorgung in ländlichen Regionen sicher zu stellen. Ein entsprechendes Projekt im Burgenland laufe bereits hervorragend, betonte der burgenländische Vertreter, Norbert Darabos (SPÖ). Er teile die Bedenken der Ärztekammer jedenfalls nicht, fügte der Landesrat hinzu.

Die jüngste Kritik der Ärztekammer gegen das PHC-Gesetz führten einige der Gesundheitsreferenten auf die bevorstehenden Ärztekammerwahlen zurück. "Es sind eigentlich nur die Wiener, die derart laut schreien und auch übertreiben", kritisierte Salzburgs LHStv. Christian Stöckl (ÖVP). In Salzburg bestehe hingegen ein gutes Einvernehmen mit der Ärztekammer. So auch in Vorarlberg, bekräftigte der dortige Landesrat, Christian Bernhard (ÖVP). Etwaige Befürchtungen der Ärzte müssten aber jedenfalls ernst genommen werden.

Auch Kärntens Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SPÖ) sah einen Zusammenhang zwischen den Wahlen und den Protesten. "Die Ärztekammer steht vor Wahlen, einige Personen brauchen diese Auftritte", so Prettner. Gespräche mit niedergelassenen Ärzten in ihrem Bundesland würden aber zeigen, dass Kooperationen, wie die Primärversorgungseinheiten, gewünscht seien, da sie eine gewisse Planbarkeit in den Beruf bringen. In persönlichen Gesprächen mit Medizinern habe sie eine gute Zustimmung zu den PVE erfahren.

apa.at

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