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APA-Artikel 5. Jänner 2017

Vaduz: Erbprinz greift in Streit zwischen Ärzten und Kassen ein

In Liechtenstein hat Erbprinz Alois in einen aktuellen Streit zwischen der Regierung und dem Krankenkassenverband auf der einen sowie der Ärztekammer auf der anderen Seite eingegriffen. Ein Ereignis, das im Fürstentum sehr selten vorkommt.

Der Erbprinz rief die Streitparteien am Mittwoch via Communiqué dazu auf, im Interesse der Patientinnen und Patienten Massnahmen zu ergreifen, welche die Umsetzung der Krankenversicherungsreform beziehungsweise die Einführung des Tarmed-Tarifs sicherstellten. "Stellungnahme des Fürstenhauses zum Krankenversicherungsgesetz", lautete der Titel der fürstlichen Medienmitteilung.

Eine solche Stellungnahme war von weiten Kreisen des Fürstentums offenbar gewünscht worden. Grund ist der offen ausgetragene und erbittert geführte Streit zwischen der Ärztekammer und dem Verband der Krankenkassen, der letztlich Patientinnen und Patienten verunsicherte. Partei ist zudem die Regierung in Vaduz, welche eine Verordnung zum neuen Krankenkassengesetz ausarbeitete.

Diese Verordnung wurde im November zur Zielscheibe der Ärzte. Die Verbandsspitze sprach von einer Verstaatlichung des Gesundheitswesens. Eine danach von der Regierung vorgenommene Verordnungsanpassung schluckten die Ärzte erneut nicht, weshalb gegenwärtig vieles im Liechtensteiner Gesundheitswesen unklar ist.

In den Streit hinein spielt ausserdem die Einführung des Tarifsystems Tarmed, die der Erbprinz ausdrücklich befürwortet. Auch in diesem Punkt sind sich Ärzte und Kassen nicht einig. Die Ärzte kündigten an, die Rechnungen im 2017 nicht mehr direkt den Krankenkassen zu schicken, sondern den Patienten, die sie dann an die Kassen weiterleiten sollen.

apa.at

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